Der CEO von TotalEnergies, Patrick Pouyanné, warnte, dass Frankreich in eine Ära der Energieknappheit eintreten werde, sollte die Blockade der Straße von Hormus noch zwei bis drei Monate andauern. Er forderte eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Lieferketten durch Investitionen in neue Pipelines. Diese Äußerungen tätigte er auf einer Konferenz in Chantilly.
Patrick Pouyanné, CEO von TotalEnergies, forderte angesichts der Blockade der Straße von Hormus eine größere Widerstandsfähigkeit der Energieversorgungsketten. Auf der vom Ifri in Chantilly bei Paris organisierten World Policy Conference erklärte er: «Wenn die Situation noch zwei oder drei Monate andauert, werden wir in eine Ära der Energieknappheit eintreten, wie sie einige asiatische Länder bereits erleben».
Die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasaufkommens fließt, ist seit Ende Februar aufgrund des Nahostkonflikts durch den Iran weitgehend gelähmt. US-Präsident Donald Trump hat zudem eine Blockade iranischer Häfen verhängt. Nur wenige Schiffe, die größtenteils mit dem Iran in Verbindung stehen, haben diese strategische Passage durchquert.
Pouyanné stellte fest, dass es im atlantischen Raum zwar noch keine Knappheit gebe, aber der Umstand, dass 20 Prozent der weltweiten Reserven unzugänglich seien, werde schwerwiegende Folgen haben. TotalEnergies hat 15 Prozent seiner Produktion im Nahen Osten verloren. Er betonte die Notwendigkeit, in neue Pipelines zu investieren, um Alternativen zur Meerenge zu schaffen.
«Sicher ist, dass wir, wenn wir in den Nahen Osten investieren, auch in die Widerstandsfähigkeit des Systems investieren müssen», bekräftigte er und beklagte die derzeit fehlenden Ausweichrouten.