Schweden erlebt einen ungewöhnlich kalten Februar aufgrund eines Hochdrucksystems, das Kaltluft einschließt. Klimexperte Martin Hedberg deutet einen möglichen Zusammenhang mit der globalen Erwärmung hin, die Wettermuster verändert. Milderes Wetter zieht nun ein, mit Temperaturen, die in manchen Gebieten über den Gefrierpunkt steigen könnten.
Februar 2026 ist bisher ungewöhnlich kalt in Schweden. Schneewarnungen haben sich in Schonen die Folge gegeben, Menschen konnten auf dem Mälaren-See in Stockholm laufen, und die Temperaturen im Norden lagen weit unter dem Normalen. Viktor Bergman, Meteorologe beim SMHI, erklärt: «Es ist ein Hochdruckgebiet, das Kaltluft über dem Land gehalten hat, was zu dieser kalten Periode geführt hat. Wenn es so weitergeht, wird es ein sehr kalter Februar.» Martin Hedberg, Klimaexperte bei Länsförsäkringar, beschreibt das Phänomen als Blockade mit langanhaltendem Hochdruck. Im Winter führt es zu Kälte, im Sommer, wie 2018, zu hohen Temperaturen. Er verbindet es mit der globalen Erwärmung: Die Arktis erwärmt sich schneller als der Äquator, was den Jetstream und globale Luftströmungen beeinflusst. «Klimaveränderungen bedeuten nicht nur, dass es im Durchschnitt wärmer wird – sondern auch, dass Wettermuster sich ändern. Es kann bedeuten, dass Perioden von Hoch- und Tiefdruck länger anhalten,» sagt Hedberg, fügt aber hinzu, dass mehr Forschung nötig ist. Ähnliche Kälte wurde im östlichen USA und Nordeuropa beobachtet. Trotz der aktuellen Kälte waren November und Dezember 2025 sehr mild, mit einem extrem warmen Dezember nach Bergman. Die letzten Jahre waren global rekordwarm: 2024 war das wärmste Jahr mit 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau, dicht gefolgt von 2025 und 2023. Nach dem Kälteeinbruch wendet sich das Wetter nun. Mildere Luft zieht über das Land ein, und die Temperatur kann in einigen Orten über den Gefrierpunkt steigen, laut Dagens Nyheter.