Die Familie Wallenberg steht laut Informationen der Zeitung Dagens industri vor der Übernahme der Mehrheitsanteile am angeschlagenen Stahlunternehmen Stegra. Investoren stellen 15 Milliarden Kronen zur Rettung des grünen Stahlprojekts bereit, wobei die Wallenberg-Gruppe die Hälfte davon übernimmt. Kreditgeber werden zudem fast 10 Milliarden Kronen an zuvor eingefrorenen Darlehen freigeben.
Die Familie Wallenberg und eine Investorengruppe steigen mit einem Rettungspaket in Höhe von 15 Milliarden Kronen als größte Anteilseigner bei Stegra ein. Wie Dagens industri unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, wird die Wallenberg-Sphäre 7 bis 8 Milliarden Kronen beisteuern. Die Kreditgeber stellen zwar kein frisches Kapital bereit, geben aber knapp 10 Milliarden Kronen an Darlehen frei, die seit Jahresbeginn eingefroren waren.
Stegra erhält damit Zugriff auf insgesamt 25 Milliarden Kronen zur Fertigstellung seines grünen Stahlprojekts in Boden. Dies übersteigt die Summe von 10 Milliarden Kronen, die das Unternehmen im Oktober als notwendig für gestiegene Entwicklungskosten angegeben hatte. Es wird erwartet, dass die Risikokapitalfirma Altor, die die Gespräche mit der Wallenberg-Gruppe initiiert hat, den zweitgrößten Anteil übernimmt.
Die Wallenberg-Gruppe wird zudem den Vorsitz im Aufsichtsrat von Stegra übernehmen. Die letzten Details des Geschäfts werden für Anfang nächster Woche erwartet, wobei sich die beteiligten Parteien erleichtert zeigten. „Man muss das als mehr als nur eine Investition sehen. Mit dem Einstieg der Wallenbergs wird Stegra Teil der Elite der schwedischen Industrie und wird niemals in die Insolvenz gehen dürfen“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.
Stegra hat sich bezüglich seines Finanzierungsprozesses diskret verhalten und benötigte das gesamte erste Quartal, um neues Kapital zu sichern. Trotz früherer Konflikte um Vorstandsposten sind diese Probleme nun ausgeräumt. Eine Quelle merkte an, dass der Glaube an das Geschäftsmodell von Stegra ungebrochen sei, im Gegensatz zur Endphase bei Northvolt.