In ihrer Liste der am häufigsten beanstandeten Bücher in US-Bibliotheken für das Jahr 2025 hat die American Library Association (ALA) den Roman *Sold* von Patricia McCormick auf den ersten Platz gesetzt. Das 2006 erschienene Werk, das auf Interviews mit Überlebenden basiert, hat aufgrund seiner Darstellungen von Menschenhandel und sexuellem Missbrauch Debatten ausgelöst. Die Autorin betont jedoch, wie das Buch junge Leser dazu ermutigt, eigenen Missbrauch offenzulegen.
Sold, veröffentlicht im Jahr 2006, erzählt die Geschichte eines 13-jährigen Mädchens, das in Indien in die Sexsklaverei verkauft wird, und stützt sich dabei auf Patricia McCormicks Interviews mit Überlebenden in Indien und Nepal. In den Beanstandungen werden Szenen sexueller Gewalt oft als 'Pornografie' bezeichnet, ein Vorwurf, mit dem sich McCormick bereits 2023 in einem Artikel der New York Times angesichts falscher Behauptungen auseinandersetzte.
McCormick teilte eindrucksvolle Berichte von Schulbesuchen: 'Bei fast allen Besuchen kommen Schüler auf mich zu und sagen, dass sie sexuell missbraucht wurden oder aktuell missbraucht werden – und dass die Darstellung ihrer Erfahrungen in einem Buch sie schließlich dazu ermutigt hat, dies auszusprechen.' Mitschüler reagierten mit Empathie, und Lehrer konnten Unterstützungsbedarf erkennen, der ihnen zuvor möglicherweise entgangen war.
Wie in unserem Überblick über die vollständige ALA-Liste 2025 detailliert dargelegt, zielen Beanstandungen häufig auf sexuelle Themen, LGBTQ+-Inhalte und Gewalt ab. Die ALA argumentiert, dass solche Bücher wesentliche Ressourcen für Jugendliche sind, die mit Traumata konfrontiert sind, und dass ihr Verbot den Zugang dazu einschränkt. Diese eingehende Analyse unterstreicht die Bedeutung von Sold angesichts zunehmender Vorbehalte gegenüber vielfältigen Geschichten.