Der ARD-Eiskunstlauf-Kommentator Daniel Weiss hat sich für einen umstrittenen Kommentar über den Beziehungsstatus der georgischen Läuferin Anastasia Gubanova entschuldigt. Der Spruch während des olympischen Kurzprogramms löste starke Kritik aus. Weiss nannte seine Äußerung 'absolut unpassend'.
Am Dienstagabend kommentierte Daniel Weiss, 57, für die ARD das olympische Kurzprogramm der Frauen im Eiskunstlauf. Als die 23-jährige Georgierin Anastasia Gubanova die Eisfläche verließ und auf ihre Wertung wartete, sagte er: „Meine Herren da draußen, es tut mir echt leid, sie ist leider schon vergeben. Verheiratet mit einem ehemaligen finnischen Eiskunstläufer.“
Der Kommentar führte zu einem Shitstorm in den Sozialen Medien. Ein Instagram-Post kritisierte, dass Gubanova damit 'vom Subjekt zum Objekt' degradiert worden sei und als 'Wifey Material' (Ehefrauen-Material) bewertet wurde, statt als Athletin. Der Post erhielt bis Donnerstagnachmittag mehr als 146.000 Likes. Gubanova hatte im Kurzprogramm mit 71,77 Punkten eine persönliche Bestleistung erzielt.
Weiss, der selbst ehemaliger Eiskunstläufer und 1990 sowie 1991 Deutscher Meister war, äußerte sich am Donnerstag gegenüber dem RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Er bezeichnete seine Formulierung als 'absolut unpassend' und bedauerte sie. 'Es ist schade, dass einige Zuschauerinnen und Zuschauer nicht mehr gehört haben, dass ich vor und nach diesem Satz Anastasia Gubanovas sportliche Leistung voller Wertschätzung kommentiert und fachlich gewürdigt habe', sagte er. Sein Stil sei es, persönliche Informationen über die Sportler einzubauen, da er viele kenne. Diesmal habe er sich vertan.
Am Donnerstagabend kommentiert Weiss erneut für die ARD die Kür der Frauen ab 19 Uhr. Gubanova geht auf Platz 6 in die Medaillenentscheidung, die Japanerin Ami Nakai führt mit 78,71 Punkten.