Das Ariel Quartet kehrte triumphal zum Winter Chamber Music Festival der Northwestern University zurück und ersetzte das Vertavo String Quartet aufgrund von Visaproblemen. Ihr Freitagabend-Konzert im Pick-Staiger Concert Hall umfasste Werke von Haydn, Berg und Beethoven und zeigte straffen Ensembleklang und expressive Tiefe. Die Aufführung hob die erfahrene Gelassenheit der Gruppe und ihre körperliche Hingabe an die Musik hervor.
Das 29. Winter Chamber Music Festival der Northwestern University hieß das Ariel Quartet am Freitagabend im Pick-Staiger Concert Hall in Evanston willkommen, trotz anspruchsvollem arktischem Wetter. Gegründet 1998 am College-Conservatory of Music der University of Cincinnati, wo es nun als Quartett in Residence lehrt, sprang das Ensemble für das wegen Visaproblemen ausgefallene Vertavo String Quartet ein. Dies markierte ihre Rückkehr zum 1997 gestarteten Festival nach einem Auftritt 2024. Bestehend aus den Geigerinnen Alexandra Kazovsky und Gershon Gerchikov, dem Bratschisten Jan Gruning und dem Cellisten Amit Even-Tov, zeigte das Quartett bemerkenswerten Dialog unter den Mitgliedern, musikalisch wie physisch. Ihr Programm verband Epochen der Wiener Schule und begann mit Haydns Streichquartett Es-dur op. 33 Nr. 2, genannt „Der Scherz“, wegen seiner spielerischen falschen Enden im Presto-Rondo-Finale. Kazovskys animiertes Spiel – Schaukeln und Neigen zur Musik – zog das Publikum in die freundliche, präzise Darbietung, die vorzeitigen Applaus wie beabsichtigt provozierte. Anschließend meisterte das Ensemble Bergs Streichquartett op. 3 von 1910, ein chromatisch Werk vor dem vollen Serialismus, das aber Atonalität vorwegnimmt. Gerchikov führte ein und kontrastierte die klassische Sprache von Haydn, Mozart und Beethoven mit den revolutionären Zwölftontechniken von Schoenbergs Schülern. Das Ariel fing die fiebrige Intensität und schmerzhafte Lyrik mit leuchtender Ausführung ein und navigierte meisterhaft die steigenden harmonischen Spannungen. Die zweite Hälfte brachte Beethovens Quartett Nr. 12 Es-dur op. 127, eines seiner späten Werke, das Konventionen überschreitet. Das Eröffnungs-Allegro balancierte kühne Deklamations-Akkorde mit ruhiger Lyrik, die Adagio-Variationen tauchten in introspektive Spiritualität ein. Ein flotter Scherzo und ein mitreißendes Finale zeigten technisches Können, mit einem zarten Triller-Ende in C-Dur. Geringfügige Intonationsfehler inmitten der Energie minderten die Immersion kaum. Das Festival unter Leitung von Blair Milton läuft bis 14. Februar weiter, mit dem Trio Seoul am Sonntag um 15 Uhr im Pick-Staiger Hall.