Einheiten der südafrikanischen Armee und Polizei durchsuchten am Freitagabend Lavender Hill und Steenberg und nahmen im Rahmen der „Operation Prosper“ mutmaßliche Drogenhäuser ins Visier. Während Kinder dem Konvoi aufgeregt folgten, äußerten einige Anwohner und Beamte Skepsis hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen auf die Bandengewalt. Seit den Razzien wurden in den Gebieten keine Schießereien gemeldet.
Ein kleines Kontingent von Soldaten der South African National Defence Force (SANDF) und Polizeibeamte durchsuchten am Freitagabend mehrere mutmaßliche Drogenhäuser und führten stichprobenartige Kontrollen in Lavender Hill und Steenberg auf den Cape Flats durch.
Kleine Kinder folgten dem Konvoi von ihren Häusern aus, unter anderem über 300 Meter in Gegenden wie Military Heights, angezogen von dem seltenen Spektakel angesichts mangelnder Spielplätze oder Freizeitangebote. Ein Gemeindevertreter erklärte gegenüber GroundUp, dass solche kurzzeitigen Einsätze nur ein vorübergehendes Sicherheitsgefühl vermittelten, und warnte davor, dass die Bandengewalt ohne eine dauerhafte Präsenz wieder aufflackern würde.
Sergeant Wesley Twigg berichtete am Sonntag, dass es seit Freitag in Lavender Hill und Steenberg zu keinen Schießereien gekommen sei. Dies folgt auf einen Einsatz am Donnerstag in den Bezirken Steenberg und Muizenberg, bei dem die Polizei in einem Haus in der Trevor Siljeur Street in Vrygrond eine 9mm-Pistole fand und einen Tatverdächtigen wegen illegalen Waffenbesitzes festnahm.
Nicola Small, Vorsitzende des Steenberg Community Police Forum, begrüßte die Operation und stellte einen Rückgang der Gewaltkriminalität durch die erhöhte Präsenz fest. „Es zeigt definitiv, dass zusätzliche Einsatzkräfte vor Ort und Sichtbarkeit einen Einfluss auf die Kriminalität haben“, sagte sie.
Der Abgeordnete Ian Cameron von der Democratic Alliance stellte jedoch die Wirksamkeit infrage und forderte geheimdienstgestützte und auf Strafverfolgung ausgerichtete Bemühungen. Die „Operation Prosper“ umfasst landesweit 2.200 SANDF-Angehörige bis zum 31. März 2027 bei Kosten von über 800 Millionen Rand, während andernorts weiterhin bandenbezogene Schießereien stattfinden, wobei sich am Montag sieben Männer vor Gericht verantworten müssen.