Ein 21-jähriger Tatverdächtiger wurde bei einem Polizeieinsatz getötet, nachdem er am Samstagabend mit einem Van in eine Menschenmenge beim Christopher Street Day in Berlin gefahren war.
Der mutmaßliche Täter Abdul B. oder Abdul Ballout, ein in Deutschland geborener Deutscher mit libanesischen Wurzeln, soll am Samstagabend gegen 22 Uhr einen weißen Van am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße in eine Menschenmenge nahe dem Potsdamer Platz gesteuert haben. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen verletzt. Danach soll er mit einer mutmaßlichen Machete auf Passanten losgegangen sein. Die Tat wird als islamistisch motivierter Terroranschlag gewertet.
Abdul B. war den Behörden bekannt. Er hatte versucht, sich dem Islamischen Staat anzuschließen, war im November 2025 nach einer Haft im Libanon am Flughafen BER festgenommen worden und am 12. Mai zu 22 Monaten Jugendstrafe verurteilt worden. Die Strafe war zur Bewährung ausgesetzt worden, obwohl die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte. Anfang Juli gab es Durchsuchungen wegen eines Waffenverdachts.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sagte in der ARD, es sei nicht nachvollziehbar, wie bei einem als Gefährder Eingestuften eine Bewährungsstrafe verhängt werden könne. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner äußerte sich verwundert über die Entscheidung des Jugendschöffengerichts. Terrorismus-Experte Peter Neumann forderte eine Überprüfung des Strafrechts.