Brasilianische Fluggesellschaften haben aufgrund explodierender Kerosinpreise mehr als 2.000 für Mai geplante Flüge ausgesetzt und damit das tägliche Sitzplatzangebot um etwa 10.000 reduziert. Die Stornierungen treffen vor allem weniger rentable Strecken in Bundesstaaten wie Amazonas, Pernambuco, Goiás und Pará. Branchenführer warnen vor weitreichenderen Anpassungen, sollten die Kosten weiter steigen.
Steigende Kerosinpreise, die Anfang April um 54 % zulegten und im Mai voraussichtlich um weitere 20 % steigen werden, setzen die Betreiber unter Druck. Daten der Agência Nacional de Aviação Civil zeigen, dass die Kürzungen einer Reduzierung des Flugnetzes um 2,9 % entsprechen, was dem täglichen Ausfall von etwa 12 mittelgroßen Flugzeugen gleichkommt. Strecken zwischen wichtigen Drehkreuzen wie São Paulo und Rio de Janeiro bleiben vorerst bestehen, obwohl Führungskräfte der Branche mit schnellen Änderungen rechnen. Dies führt zu weniger Flugoptionen, einer höheren Auslastung und voraussichtlich steigenden Ticketpreisen. Treibstoff macht bis zu 40 % der Betriebskosten aus, was durch volatile Wechselkurse und die Abhängigkeit von Petrobras verschärft wird. Die Associação Brasileira das Empresas Aéreas bezeichnete die Auswirkungen als „gravíssimos“ und verhandelt über staatliche Hilfen, darunter Steuersenkungen und Kreditlinien. Die Regierung schaffte die PIS/Cofins-Steuer auf Kerosin ab und erlaubte Ratenzahlungen für Preisanpassungen, doch die von Petrobras verlangten Zinsen, die über den CDI-Sätzen liegen, enttäuschten die Fluggesellschaften. Sie fordern nun IR-Befreiungen für das Flugzeugleasing und eine Überprüfung der Finanzierungskosten.