Zwei christliche Führer veröffentlichten Meinungsbeiträge in der Folha de S.Paulo, in denen sie über die Bedeutung von Weihnachten nachdenken und die demütige Inkarnation Jesu sowie ihre Relevanz für zeitgenössische menschliche Probleme wie Verletzlichkeit und Solidarität betonen.
Am 24. Dezember 2025 veröffentlichte die Folha de S.Paulo zwei Meinungsbeiträge zu Weihnachten von prominenten brasilianischen christlichen Persönlichkeiten. Der Erzbischof von Porto Alegre und Präsident der CNBB, Dom [Name nicht im Text angegeben], beschreibt Weihnachten als die Feier der Inkarnation Gottes in die Menschheitsgeschichte vor etwa zwei Jahrtausenden. Er bemerkt, dass der 25. Dezember ein theologisches, kein historisches Datum ist, und dass Jesus inmitten von Elend in Bethlehem geboren wurde, einem der kleinsten Orte Judas, um Mitternacht, gewärmt von Tieren, was die mitleidige Compassion der Kreaturen symbolisiert. „Der erhabene und bewundernswerte Aspekt von Weihnachten ist nicht nur die Geburt Gottes in der Zeit, sondern vor allem die Geburt Gottes in der Intimität des Menschlichen“, schreibt der Erzbischof und ruft dazu auf, das Vertrauen in die Menschheit zu erneuern und ethische sowie soziale Initiativen auf Basis des Glaubens zu fördern.
Parallel dazu beleuchtet der Theologe und baptistische Pastor aus Recife, Gründer des Instituto Solidare, die Provokation eines „Gottes ohne Privilegien“. Er erzählt von Jesu Geburt in einer Krippe, arm und marginalisiert in Bethlehem, wobei die Familie als Flüchtlinge nach Ägypten floh, was an die aktuellen Realitäten vulnerabler Kinder in Brasilien und der Welt erinnert. Unter Berufung auf die Flut von 2022 in Coqueiral, Recife, bei der 2.500 Häuser zerstört wurden, stellt der Autor fest: „Wiederaufstehen dort war keine Metapher, sondern eine Notwendigkeit.“ Beide Texte verknüpfen die biblische Erzählung mit der Dringlichkeit, die Fragilen zu betreuen, Spaltungen zu überwinden und Frieden sowie Würde in einer entzauberten Welt zu fördern.
Diese Reflexionen, veröffentlicht am Heiligabend, laden Christen und Nicht-Christen ein, Werte wie Brüderlichkeit und Gerechtigkeit neu zu bedenken, ohne das Leiden zu romantisieren, sondern es als Teil der menschlichen Bedingung offenzulegen.