Ein gebrochenes Abwasserrohr im Osten Pretorias leitet weiterhin ungeklärtes Abwasser in den Moreleta-Fluss und unterstreicht damit das weitverbreitete Versagen der Infrastruktur in ganz Gauteng. Wasserqualitätstests belegen in den meisten Flüssen und Staudämmen gefährliche Bakterienwerte. Strafverfahren gegen Kommunen kommen im Justizsystem nur langsam voran.
Das Leck wurde erstmals im vergangenen Jahr gemeldet. Die im März durchgeführten Reparaturarbeiten versagten bereits wenige Wochen später. Nun fließt ungeklärtes Abwasser um das Rohr herum in das Gewässer.
Leanne de Jager, umweltpolitische Sprecherin der Democratic Alliance in Gauteng, bezeichnete die Reparatur als kurzfristige Maßnahme, die keinerlei Wirkung gezeigt habe. Ferrial Adam, Geschäftsführerin von WaterCAN, wies auf ein wiederkehrendes Muster hin, bei dem auf kurzfristige Flickarbeiten eine erneute Verschlechterung folgt.
Ein Bericht von WaterCAN aus dem Dezember 2025 ergab in 21 von 23 untersuchten Flüssen sowie in allen fünf Staudämmen in Gauteng eine gesundheitsgefährdende Belastung durch Kolibakterien. Das Ministerium für Wasser und Sanitärversorgung hatte laut einer parlamentarischen Antwort vom 24. Juni landesweit 96 Strafverfahren wegen Abwasserverschmutzung eingeleitet. Nur ein einziger Fall hat bisher zu einer Anklage geführt.
Adam erklärte, dass das Ausbleiben von Konsequenzen die fortwährende Verschmutzung begünstige. De Jager ergänzte, dass Strafverfahren lediglich als letzte Instanz dienten, nachdem die Bevölkerung dem kontaminierten Wasser bereits ausgesetzt war.