Der Film Josephine, inszeniert von Beth de Araujo, hatte Premiere beim Sundance Film Festival 2026 in der Sektion U.S. Dramatic Competition. Er handelt von einem 8-jährigen Mädchen, das einen Vergewaltigungsfall in einem Park miterlebt, und beleuchtet das anhaltende Trauma bei ihr und ihrer Familie. Inspiriert von der eigenen Kindheitserfahrung der Regisseurin, hebt der Film die Herausforderungen rechtlicher Verfahren und elterlicher Reaktionen hervor.
Beth de Araujo schöpfte aus einem persönlichen Kindheitstrauma für Josephine, ein psychologisches Drama, das einen Vorfall fiktionalisiert, den sie als Kind im Golden Gate Park miterlebte. Mit etwa 8 Jahren stolperten de Araujo und ihr Vater über eine Vergewaltigung im Gange; ihr Vater jagte den Täter, während sie die Opferin tröstete. Dieses Ereignis, das ihr Leben prägte, dauerte 11 Jahre, bis es mit Unterstützung des Sundance Institute zu einem Film wurde. In der Geschichte spaziert Josephine (Mason Reeves), ein energiegeladenes Zweitklässlerin, sonntags mit ihrem Vater Damien (Channing Tatum) im Park. Sie läuft kurz voraus und versteckt sich hinter einem Baum, wo sie sieht, wie ein Mann (Philip Ettinger als Greg) eine Frau missbraucht, die aus einer Toilette kommt. Damien eilt herbei, ruft 911 an und schließt sich der Verfolgung an, während die Polizei den Angreifer festnimmt. Das Opfer identifiziert ihn, doch Josephines Leben gerät durch das Trauma ins Wanken. Das einst lebhafte Mädchen wird verschlossen, recherchiert den Begriff „Vergewaltigung“ auf ihrem Handy, misstraut Jungen in der Schule – sogar greift sie einen Mitschüler an – und wird von Visionen des Vergewaltigers heimgesucht. Ihre Eltern Damien und Claire (Gemma Chan) ringen damit: Damien drängt auf Selbstverteidigungstraining, während Claire, schwanger mit einem Jungen, sich weigert, Josephine in den Prozess einzubeziehen. Das Opfer zieht um und kooperiert nicht mehr, sodass Josephine zur Schlüsselinzeugin wird. Experten für Kinderaussagen mischen mit und legen Schwächen bei der Verfolgung solcher Fälle offen. De Araujos zweiter Spielfilm nach ihrem Debüt Soft & Quiet (2022) wirkt wie ein Dokudrama und zeigt die Attacke grafisch in 1 Stunde 59 Minuten. Kritiken loben Tatums gelungenen Wechsel zu einer ernsten Rolle als gutmeinender, aber fehlerhafter Vater sowie Chans starke Leistung. Produzenten sind David Kaplan, Josh Peters, de Araujo, Marina Stabile, Tatum, Chan, Mark H. Rapaport, Josh Beirne-Golden und Crystine Zhang. Der Film unterstreicht die Welleneffekte sexueller Gewalt auf Unbeteiligte, insbesondere Kinder, und Frustrationen im Justizsystem.