Aufbauend auf der staatlichen Interventionsanfrage der Vorwoche inmitten von Stromausfällen werden Bundesminister Alexandre Silveira, Gouverneur Tarcísio de Freitas und Bürgermeister Ricardo Nunes bis Mittwoch einen Kaduzitätsantrag an Aneel stellen, inmitten einheitlicher Unzufriedenheit mit den Dienstleistungsausfällen von Enel.
Nach der Forderung der Regierung des Bundesstaates São Paulo vom 15. Dezember nach föderaler Intervention —erwähnt in früherer Berichterstattung inmitten anhaltender Ausfälle, die ~95.000 Objekte nach Zyklon-Blackouts betreffen— hat sich die Krise mit einer seltenen politischen Übereinstimmung auf Bund-, Landes- und kommunaler Ebene gegen Enel zugespitzt.
Präsident Lula, Gouverneur Tarcísio de Freitas und Bürgermeister Ricardo Nunes einigten sich bei der Eröffnung von SBT News am Freitag (12) über das Thema und drängten auf Maßnahmen gegen Stromknappheit. In einem anschließenden Treffen im Palácio dos Bandeirantes stimmte Bergbau- und Energieminister Alexandre Silveira dem Start des Kaduzitätsverfahrens zu, betonte Lulas Rolle und plant einen formellen gemeinsamen Antrag an Aneel bis Mittwoch (17) —obwohl die rechtliche Befugnis des Bürgermeisters begrenzt ist.
Das Kaduzitätsverfahren von Aneel, das bis Februar pausiert war, aber nun unter diesem Druck im Januar wiederaufgenommen werden soll, stößt auf Hürden: Ein technisches Gutachten zugunsten der Fortsetzung von Enel könnte Klagen auslösen. Bundesanwälte prüfen Fortsetzung oder neues Verfahren (~6 Monate). Das Ziel ist, Enel zum Verkauf zu zwingen, ähnlich wie der Transfer von Amazonas Energia an Âmbar Energia 2023 nach Ausfällen. Interessenten: Equatorial, Neoenergia, Copel. Kaduzität gemäß Konzessionsgesetz erfordert Nachweis schwerer Verstöße, gewährt Unternehmensverteidigung und Entschädigung und kann ein Jahr dauern. Enels Vertrag (von Eletropaulo, 1998) läuft 2028 aus; Aneel hat es zuvor verfolgt (CEA 2007, Amazonas 2023).