Die Gerichte von Santa Fe haben Gino C., einen 15-Jährigen, der an der Escuela Normal Mariano Moreno N°40 in San Cristóbal seinen Mitschüler Ian Cabrera tötete und acht weitere Personen verletzte, für nicht strafmündig erklärt. Die Entscheidung beruht auf einer Gesetzeslücke vor dem Inkrafttreten des neuen Jugendstrafrechts am 5. September. Die Staatsanwaltschaft gab an, dass der Angriff 'eine gewisse Planung' aufwies.
Gino C. eröffnete am Dienstag an der Schule das Feuer, wobei der 13-jährige Ian Cabrera getötet und acht weitere Personen verletzt wurden. Nach einer Anhörung zur Anklageerhebung entschieden die Gerichte, dass er nach dem geltenden Gesetz 22.278 nicht strafmündig ist, weshalb ihm weder ein Prozess noch freiheitsentziehende Maßnahmen drohen. Er wird in einer Jugendhilfeeinrichtung in Santa Fe bleiben und dort auf therapeutische Maßnahmen eines interdisziplinären Teams warten.
Die Staatsanwälte Carlos Vottero und Luis Schiappa Pietra erklärten auf einer Pressekonferenz, dass der Staatsanwaltschaft die rechtlichen Instrumente für ein Vorgehen fehlen, bis das neue System am 5. September in Kraft tritt. Der Fall wird als schwerer vorsätzlicher Mord unter Verwendung einer Schusswaffe geführt, doch das Alter des Minderjährigen schützt ihn vor einer Bestrafung. Verteidigerin Mariana Oroño sagte, die Eltern des Schützen würden 'so gut wie möglich mit der Situation umgehen', wobei es keinen Kontakt oder Entschuldigungen gegenüber der Familie des Opfers gegeben habe.
Die Untersuchung ergab eine 'gewisse Planung' bei dem Angriff, wobei der Fokus auf digitalen Verbindungen, sozialen Medien und der Familiendynamik lag. Die Polizei durchsuchte am Dienstag das Haus der Familie, gefolgt von einer Razzia der Bundespolizei 24 Stunden später auf demselben Grundstück und im Familienunternehmen, bei der wichtige Beweismittel sichergestellt wurden. Die Schule bleibt während der laufenden Ermittlungen geschlossen.