Ein Gericht in Delhi hat den Kongress-Abgeordneten Rajendra Bharti aus Datia in Madhya Pradesh wegen Bankbetrugs im Zusammenhang mit der Fälschung von Festgeldunterlagen verurteilt. Der Oberste Gerichtshof hatte den Fall im Oktober vergangenen Jahres von Datia nach Delhi verlegt. Auch der ehemalige Bankbuchhalter Raghuvir Sharan Prajapati wurde wegen krimineller Verschwörung für schuldig befunden.
Sonderrichter Dig Vinay Singh am Rouse Avenue Court verurteilte Rajendra Bharti am Mittwoch in dem Bankbetrugsfall. Das Gericht stellte fest, dass aufgrund einer gefälschten Laufzeit für ein Festgeldkonto bis 2011 jährlich höhere Zinsen abgehoben wurden, als nach dem ursprünglichen Dreijahreszeitraum zulässig gewesen wären. Der Richter erklärte: „Es genügt festzuhalten, dass die Bank tatsächlich betrogen wurde, als auf Basis einer gefälschten Laufzeit der Festgeldanlage Zinsen zu einem deutlich höheren Satz abgehoben wurden.“ Im August 1998 wurde bei der District Cooperative Rural Development Bank in Datia eine Festgeldanlage in Höhe von 10 Lakh Rupien auf den Namen von Bhartis Mutter, Savitri Devi Shyam, für drei Jahre zu einem jährlichen Zinssatz von 13,5 Prozent angelegt. Bharti fungierte von 1998 bis 2001 als Vorstandsvorsitzender der Bank. Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten ein Quid-pro-Quo-Geschäft vor, bei dem Prajapati im Austausch für Beförderungen Dokumente fälschte. Das Verfahren gegen Savitri Devi wurde nach ihrem Tod im Jahr 2019 eingestellt. In seinem 95-seitigen Urteil kam das Gericht zu dem Schluss, dass Bharti und Prajapati eine kriminelle Verschwörung eingegangen waren, um die Bank durch das Abheben höherer Zinsen über das Jahr 2011 hinaus zu betrügen. Das Gericht wies Bhartis Behauptung einer politisch motivierten Verfolgung als reine Spekulation zurück und betonte, dass der Fall Fälschung und Betrug im Zeitraum von 1998 bis 2011 umfasse. Die Anhörungen zum Strafmaß sollen am Donnerstag beginnen. Bharti gewann 2023 den Wahlkreis Datia für die Kongresspartei; zuvor war er 1985 für den Kongress und 1998 für die Samajwadi Party erfolgreich gewesen.