Ein starkes El-Niño-Phänomen entwickelt sich derzeit und dürfte die Preise für Kakao, Kaffee, Reis, Zucker und Mais steigen lassen. Experten weisen auf Risiken durch die Kombination von Wetterereignissen und geopolitischen Faktoren hin.
Prognosemodelle deuten darauf hin, dass dieser El Niño der stärkste jemals gemessene werden könnte, wobei die Anomalien der Meeresoberflächentemperaturen 3,6 °C über dem Durchschnitt liegen. Dies übertrifft den bisherigen Rekord um 0,8 °C. Es wird erwartet, dass das Muster bis in das nördliche Frühjahr anhält.
Die Märkte stehen durch den andauernden Iran-Krieg, der die Düngemittelversorgung unterbrochen hat, unter zusätzlichem Druck. Aneeka Gupta von WisdomTree Europe merkte an, dass diese Kombination in früheren El-Niño-Zyklen nicht aufgetreten ist. Die Kakaoproduktion in Westafrika zeigt bereits eine schwache Hülsenentwicklung.
Südafrika verzeichnet eine Rekordmaisernte von 17,3 Millionen Tonnen. Ausreichende Lagerbestände und gute Pegelstände der Staudämme könnten unmittelbare Preisanstiege für lokale Verbraucher begrenzen. Reezwana Sumad von der Nedbank warnte jedoch, dass eine Dürre über mehrere Saisons hinweg die Lebensmittelinflation in den zweistelligen Bereich treiben könnte.
Barry Callebaut erklärte, dass die aktuellen Überschüsse dazu beitragen sollten, Angebotsschocks bei Schokolade abzufedern. Der US-Wetterdienst beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis über das nördliche Frühjahr hinaus anhält, auf 97 Prozent.