Albi Roebke, ein erfahrener Notfallseelsorger, betont, dass Trost in schweren Verlusten oft nicht möglich ist. Stattdessen rät er zu Ehrlichkeit und Präsenz gegenüber Trauernden. Viele fühlen sich hilflos, vermeiden aber den Kontakt aus Angst vor Fehlern.
Albi Roebke arbeitet seit 25 Jahren als Notfallseelsorger und unterstützt Menschen in Katastrophensituationen. In einem Interview mit der ZEIT spricht er über die Herausforderungen des Trauerns. Er erklärt, dass echten Trost in manchen Fällen gar nicht geben kann. „Am besten tröstet man gar nicht. Das können die Betroffenen nur selbst. In bestimmten Situationen gibt es auch keinen Trost. Wenn ein Kind bei einem Unfall stirbt, ist das erst mal eine hoffnungslose Situation“, sagt Roebke.
Viele Menschen fühlen sich machtlos, wenn jemand in ihrem Umfeld trauert, und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Roebke empfiehlt, ehrlich zu sein: „Man sollte unbedingt ehrlich sein und dann auch sagen: Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Er warnt davor, die Trauernden zu meiden, aus Furcht, etwas Falsches zu sagen. Solche Vermeidung sei schlimmer als ein unpassender Kommentar. Trauernde spüren gute Absichten, selbst wenn Worte ungelenk klingen. „Menschen in einer Krise haben feine Antennen. Selbst wenn man etwas Komisches sagt, kriegen die meisten mit, dass die Intention dahinter gut ist.“
Roebke selbst hat einen schweren Verlust erlebt, was seine Arbeit prägt. Seine Ansichten basieren auf jahrelanger Erfahrung in der Psychologie und Traumabewältigung. Der Fokus liegt auf authentischer Begleitung statt auf schnellen Lösungen.