Die Fifa hat mit der Veröffentlichung des Spielplans für die WM 2026 TV-Verantwortliche überrascht: Statt der erwarteten vier Anstoßzeiten gibt es nun 15 verschiedene, viele davon in der Nacht. Mehr als die Hälfte der 104 Spiele beginnen um Mitternacht oder später, was für Sender und Fans eine Herausforderung darstellt.
Die Überraschung war groß, als TV-Manager in einem Hilton-Hotel in Washington den Fifa-Showact zum Spielplan der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 verfolgten. Sie hatten mit vier Anstoßzeiten gerechnet – umgerechnet auf MESZ um 18:00, 21:00, 00:00 und 03:00 Uhr –, doch es wurden 15 verschiedene präsentiert, die von 18:00 bis 6:00 Uhr morgens reichen. Das ist dreimal so viele wie bei der letzten WM.
Mehr als die Hälfte der Partien beginnen um Mitternacht oder später, was besonders für europäische Zuschauer hart ist. Beim österreichischen Team unter Trainer Ralf Rangnick müssen Fans ein Spiel gegen Algerien um 4:00 Uhr und eines gegen Jordanien um 6:00 Uhr verfolgen.
In Deutschland hält die Telekom die Rechte für alle 104 Spiele, die sie im Mai erworben hat. Sie äußert sich derzeit nicht, es gibt aber Gespräche mit der Fifa, an denen sich die Zeiten jedoch nicht ändern werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben über eine Sublizenz Rechte für 60 Spiele.
Das Problem: ARD und ZDF dürfen nur bis 20:00 Uhr Werbung zeigen, um Kosten zu decken. Bei den deutschen Vorrundenspielen ist das nur am 14. Juni um 19:00 Uhr gegen Curaçao möglich; die anderen gegen Elfenbeinküste (20. Juni, 22:00 Uhr) und Ecuador (25. Juni, 22:00 Uhr) fallen in die Werbeverbotszeit.
ZDF-Sportchef Yorck Polus nennt die Anstoßzeiten „eine echte Herausforderung“ für Planung, Logistik und redaktionelle Umsetzung. Die Fifa begründet die Zeiten mit hohen Temperaturen im US-Sommer und Berücksichtigung verschiedener TV-Märkte; in Katar gab es fünf Zeiten.
Auch für die Telekom erschweren späte Spiele die Werbeeinnahmen, neben Abonnements und Sublizenzverkäufen eine Säule.