Fitch Ratings hat am 5. Juni die langfristigen Fremd- und Lokalwährungsratings Südafrikas von BB- auf BB mit stabilem Ausblick angehoben. Es handelt sich dabei um die erste Heraufstufung des Landes durch die Ratingagentur seit mehr als 20 Jahren.
Fitch Ratings begründete den Schritt mit Südafrikas Beständigkeit bei einer umsichtigen Haushaltsführung und den Fortschritten bei der Haushaltskonsolidierung trotz eines schwachen Wirtschaftswachstums. Die Schuldenquote im Verhältnis zum BIP liegt inzwischen deutlich unter den Werten, die bei der Herabstufung auf BB- im Jahr 2020 erwartet wurden. Die Agentur hob zudem den niedrigen Stand der auf Fremdwährung lautenden Schulden hervor. Das Team von Finanzminister Enoch Godongwana konnte die Verschuldung begrenzen, indem Rettungspakete für staatliche Unternehmen eingestellt, Lohnsteigerungen für das Geschäftsjahr 2026 auf 4 Prozent gedeckelt und ein Programm zur Vorruhestandsregelung im öffentlichen Dienst eingeführt wurden. Laufende Reformen in den Bereichen Energie und Logistik sollen ein stärkeres Wachstum fördern. Dr. Duncan Pieterse, Generaldirektor des National Treasury, bezeichnete die Entscheidung als klare Trendwende nach mehr als einem Jahrzehnt des Abwärtsdrucks bei den Ratings und kündigte an, dass Einzelheiten zu einem fiskalischen Anker zur Stabilisierung und langfristigen Reduzierung der Schulden im Rahmen der mittelfristigen Haushaltsplanung 2026 bekannt gegeben werden. Die Heraufstufung folgt auf die Anhebung um eine Stufe durch S&P Global im November 2025 sowie die Entscheidung von Moody’s, den Ausblick auf positiv zu setzen. Alle drei großen Ratingagenturen bewerten Südafrika nun zwei Stufen unterhalb des Investment-Grade-Bereichs. Die Regierung rechnet in den nächsten 12 bis 18 Monaten mit weiteren Überprüfungen durch Moody’s und S&P Global.