Aufbauend auf früheren Registrierungen von Förderkomitees und Gesetzesentwürfen aus dem späten Jahr 2025 kündigte Präsident Gustavo Petro am 1. Mai während einer Veranstaltung in Medellín den Start der Sammlung von 5 Millionen Unterschriften für eine nationale verfassungsgebende Versammlung an. Bei entsprechender Unterstützung soll der Vorschlag am 20. Juli dem neuen Kongress vorgelegt werden, um die Verfassung von 1991 um Kapitel zu sozialen Reformen und zur Korruptionsbekämpfung zu ergänzen – mit dem Ziel, sie zu stärken, nicht zu ersetzen.
Während des Tags der Arbeit am Parque de las Luces in Medellín erläuterte Petro die bürgergestützte Initiative und stellte in den sozialen Medien einen QR-Code für die Unterschriften bereit. Er betonte zwei zentrale Schwerpunkte: Gesetzesvorlagen für soziale Reformen sowie politische Reformen zur Korruptionsbekämpfung, angesichts der parlamentarischen Hindernisse bei Gesundheits-, Renten- und Arbeitsmarktreformen.
Petro hob Erfolge wie die niedrigste Arbeitslosenquote des Jahrhunderts hervor und forderte die Arbeitnehmer auf, sich Colpensiones anzuschließen, um „Diebstähle“ durch private Fonds zu verhindern. Die Maßnahme soll wahrgenommene institutionelle Blockaden angehen, ohne den Kern der Verfassung von 1991 zu verändern.
Kritiker reagierten prompt: Senatorin María Fernanda Cabal bezeichnete dies als „Machtmissbrauch“, während die Abgeordnete Angélica Lozano vor Wiederwahlbestrebungen im Stil eines Caudillo warnte.