Nach der Registrierung eines Förderausschusses am 27. Dezember hat die Regierung von Präsident Gustavo Petro einen Gesetzentwurf für eine Nationale Verfassunggebende Versammlung vorgelegt. Er sieht eine Überprüfung des kolumbianischen Wirtschaftsmodells, Stärkung der Staatsrollen in Schlüsselsektoren und Anpassung des Mandats der Banco de la República zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung bei Beibehaltung der Autonomie vor.
Der Ausschuss zur Förderung der Einberufung einer Nationalen Verfassunggebenden Versammlung —letzte Woche beim Nationalen Register Kolumbiens registriert— hat einen Gesetzentwurf zur Umgestaltung des wirtschaftlichen Rahmens des Landes vorgelegt. Der Vorschlag will das rentierhafte, extraktive Modell durch gemischte Ökonomien ersetzen, mit Schwerpunkt auf staatliche Beteiligung an strategischen Sektoren für Massenbeschäftigung und Verbot der Arbeitsuntervergabe.
Zentral ist eine Überprüfung der Operationen der Banco de la República. Während die Verfassung die Zentralbank derzeit mit der Wahrung der Kaufkraft der Währung neben der allgemeinen Wirtschaftspolitik beauftragt, fordert der Entwurf zusätzliche verfassungsrechtliche Aufgaben für nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplatzschaffung, ohne die technische Unabhängigkeit anzutasten. Er verlangt auch Reformen staatlicher Institutionen, die Wohlfahrt, Rechte und Energiewende vor reine Marktabhängigkeit stellen, und stärkt öffentliche Grunddienste.
Eingebracht inmitten nationaler Versöhnung für über 10 Millionen Opfer des Konflikts, Souveränitätsverteidigung und lateinamerikanischer Integration, stellt die Initiative die Versammlung als Lösung für unerfüllte demokratische Versprechen aus einer Ära dar, die den institutionellen Zwängen vor 1991 ähnelt.