Nach der Ankündigung des Finanzministers Germán Ávila einer Wirtschaftsnotlage zur Beschaffung von 16 Billionen Pesos für den Haushalt 2026 haben große kolumbianische Wirtschaftsverbände wie Fenalco, Andi und der Nationale Unternehmensrat das Verfassungsgericht aufgefordert, die Maßnahme zu prüfen und möglicherweise auszusetzen, da sie verfassungsrechtliche Anforderungen nicht erfülle, inmitten von Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Stabilität.
Aufbauend auf der Erklärung der Regierung vom 19. Dezember zu einer Wirtschaftsnotlage —ausgelöst durch die Ablehnung einer Steuerreform durch den Kongress, die ein Loch von 16 Billionen Pesos (2,9 % des Haushalts von 546 Billionen Pesos) hinterließ— haben Wirtschaftsführer ihren Widerstand verschärft, indem sie formelle Briefe an den Präsidenten des Verfassungsgerichts, Jorge Enrique Ibáñez, sandten.
Fenalco-Präsident Jaime Alberto Cabal warnte, dass das Dekret die wirtschaftliche Stabilität, legitimes Vertrauen und Rechtssicherheit untergraben würde. Er argumentierte, dass die Zuschreibung der Notlage zum Scheitern der Steuerreform die gesetzgeberischen Befugnisse des Kongresses ignoriere und es an unvorhersehbaren Auslösern mangele, wie Schwankungen bei Ölpreisen oder Zinsen, und forderte eine vorläufige Aussetzung.
Andi-Präsident Bruce Mac Master bezeichnete es als «tiefgreifend verfassungswidrig» und wies darauf hin, dass es die zehnte Notlage in drei Jahren und die vierte unter Präsident Gustavo Petro sei. Er meinte, es gebe keine Begründung, ein Defizit von 2,9 % als schwere Störung zu werten. Der Nationale Unternehmensrat und Aliadas stimmten diesen Ansichten zu und verwiesen auf frühere Warnungen des Autonomen Ausschusses für die Fiskalregel bezüglich vorhersehbarer fiskalischer Probleme.
Wirtschaftsanalysen untermauern ihren Fall: Ein Bericht der Banco de la República von 2010 hob hervor, wie Vermögenssteuern auf Unternehmen KMU verzerren, indem sie Kredit, Investitionen, Produktivität und Arbeitsplätze einschränken, und sie als «KONFISKATION des Unternehmenskapitals» beschrieb. Fedesarrollo-Direktor Luis Fernando Mejía betonte, dass das Defizit unter 3 % des Haushalts liegt, was Behauptungen einer schweren Störung unhaltbar mache.
Die Verbände forderten eine dringende Überprüfung durch das Gericht, sogar während der Justizferien, um irreversiblen Schaden zu verhindern.