Fernando Haddad nannte Senator Flávio Bolsonaro am Sonntag (26.) bei einer Rede zum Abschluss des PT-Parteitags in Brasília 'Bolsonarinho'. Der Vorwahlkandidat für das Gouverneursamt in São Paulo kritisierte die Familie Bolsonaro und drängte die Lula-Kampagne dazu, über den bloßen Wiederaufbau hinauszublicken. PT-Präsident Edinho Silva betonte, dass der Anti-System-Diskurs zur Linken gehöre.
Fernando Haddad (PT), ehemaliger Minister und Vorwahlkandidat für das Gouverneursamt in São Paulo, sprach am Sonntag (26.) zum Abschluss des PT-Parteitags in Brasília. Er bezeichnete Flávio Bolsonaro (PL-RJ), den Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro – der wegen der Anführung eines Putschversuchs nach den Wahlen 2022 inhaftiert ist – als 'Bolsonarinho' und als Lulas größten Rivalen für 2026.
"Lula wird gegen den 'Bolsonarinho' antreten, gegen den Sohn von Jair Bolsonaro, einer Familie, die diesem Land seit jeher nur Chaos gebracht hat", sagte Haddad unter Verweis auf den 'Rachadinha'-Skandal und die Pandemie. Er argumentierte, dass Lulas Kampagne für eine vierte Amtszeit ein Programm bieten müsse, das "über das hinausgeht, was wir bereits getan haben". "Wir dürfen nicht nur beim Wiederaufbau stehen bleiben. Wir müssen vorankommen", fügte er hinzu.
PT-Präsident Edinho Silva äußerte sich ebenfalls bei der Veranstaltung. Er erklärte, dass "die Antwort auf das Anti-System in der Linken liegt, nicht in der Rechten, nicht im Faschismus". Er kritisierte verpflichtende Haushaltsänderungen sowie die Verhandlungen zwischen Exekutive und Legislative als einen "Markt der Deals".
Edinho betonte die nationale Souveränität als grundlegende Debatte und warf der Familie Bolsonaro vor, Seltene-Erden-Vorkommen an Donald Trump abgeben zu wollen. Lula nahm aufgrund eines medizinischen Eingriffs am 24. April zur Entfernung eines Basalzellkarzinoms nicht teil.