Humorist Merwane Benlazar wegen Aufrufs zur politischen Zensur bei France Inter angeklagt

Der Humorist Merwane Benlazar steht wegen Förderung politischer Zensur in der Kritik nach einem Beitrag bei France Inter. Abgeordneter Jérémie Patrier-Leitus warf ihm vor, einen „Cordon sanitaire“ gegen die extreme Rechte zu fordern, inspiriert von belgischen Medien. Diese Kontroverse kommt zu früheren Streitigkeiten über als islamistisch eingestufte Äußerungen hinzu.

Merwane Benlazar, Humorist und Kolumnist bei France Inter, steht im Zentrum einer neuen Kontroverse. Am 19. Januar 2026 warf der Horizons-Abgeordnete aus Calvados, Jérémie Patrier-Leitus, Vorsitzender der Untersuchungskommission zur Neutralität und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ihm vor, in der Sendung Zoom Zoom Zen vom 7. Januar „politische Zensur und einen medialen Cordon sanitaire“ gefordert zu haben. In diesem Segment kritisierte Benlazar die Sendezeit für nationalistische Ideen. „Wir waren zu nachsichtig mit der extremen Rechte. Einen Faschisten ans Mikrofon zu setzen, legitimiert ihre Ideen“, sagte er unter Gelächter der anderen Teilnehmer. Er kritisierte das Argument „alle einladen“ und erklärte: „Ihr seid ein Medium, ihr habt Verantwortung, ich erwarte, dass ihr die Leute aussortiert, bevor ihr sie einladet!“ Er verglich Nationalisten mit „dem Teufel“ und parodierte ein fiktives Interview von Guillaume Pley: „War die Hölle hart, wie lange warst du da? War es heiß?“ Benlazar forderte die französischen Medien auf, sich am „Cordon sanitaire“ der französischsprachigen belgischen Medien gegen die extreme Rechte zu orientieren, und erinnerte an die Entscheidung von RTBF im Januar 2025, die Amtseinführung von Donald Trump nicht live zu übertragen wegen seiner „rassistischen, rechtsextremen, fremdenfeindlichen“ Äußerungen. Dies ist nicht Benlazars erste Kontroverse. Im Januar 2025 wurde er von France 5 entlassen nach früheren Social-Media-Beiträgen, die als islamistisch galten, wie „Der Platz einer Frau ist zu Hause bei ihrem Vater. Fürchtet euren Herrn“ aus 2021 oder misogynen Kommentaren wie „Eine Frau, die für mich kocht“. Kulturministerin Rachida Dati bestätigte die Entlassung: „Gab es skandalöse Äußerungen dieses Kolumnisten? Ja. France Télévisions hat die Konsequenzen gezogen.“ Benlazar reagierte: „Ich wusste, dass ich eines Tages gefeuert werde, aber von einer arabischen Frau, das ist ärgerlich.“ Dieser Fall wirft Debatten über Meinungsfreiheit und die Verantwortung öffentlicher Medien in Frankreich auf.

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