Pascal Praud, Moderator des Flaggschiffprogramms „L’Heure des pros“ bei CNews, ist zum ikonischen Gesicht des ultrakonservativen Medienimperiums von Vincent Bolloré geworden. Trotz Warnungen der Arcom umgibt er sich mit immer radikaleren Gästen und katapultiert den Sender 2025 an die Spitze der Einschaltquoten mit 3,4 % Marktanteil.
Pascal Praud hat sich über die Jahre deutlich verändert. Im Oktober 2001 kommentierte er als Sportreporter bei TF1 die Einmarsch auf das Spielfeld beim Frankreich-Algerien-Spiel im Stade de France nur gemäßigt: „Il ne faut pas dramatiser. C’est une poignée de quelques spectateurs (...). La grande majorité du public, beaucoup de jeunes Français originaires d’Algérie, avait envie de chanter les deux hymnes, ensemble.“nnFünfundzwanzig Jahre später entfacht der 60-jährige Moderator Leidenschaften. Seit 2017 moderiert er „L’Heure des pros“, gesendet morgens von 9 bis 10:30 Uhr und abends von 20 bis 21 Uhr bei CNews. Die Sendung erreichte am 8. Oktober 2025 im Morgenfenster mit 720.000 Zuschauern einen Rekord. Die Abendfolge überschreitet manchmal die Million Zuschauer und trägt zur Dominanz des Senders bei.nnPraud erklärt Le Monde: „cette émission, on la fait à deux“, womit er Marine Lançon meint, seine Redakteurin seit neun Jahren. Trotzdem umgibt er sich mit Kolumnisten meist aus dem rechten oder rechtsextremen Spektrum. Ein kürzliches Selfie mit einem Fan im 7. Arrondissement von Paris unterstreicht sein Image als „Retter des Vaterlandes“ bei manchen, die sagen: „Heureusement que vous êtes là. Vive la France, vive la patrie!“nnTrotz wiederholter Warnungen der Arcom, der Audiovisionsaufsicht, setzt Praud seinen Kurs fort und stärkt die Position von CNews als Plattform radikaler Stimmen im Bolloré-Imperium.