Ein neues investigatives Buch beleuchtet die Laufbahn von Renaud Camus, einem ehemaligen linken Aktivisten, der zum Befürworter des rassistischen Konzepts des «großen Austauschs» wurde. Die Journalisten Gaspard Dhellemmes und Olivier Faye porträtieren den 79-jährigen Schriftsteller, der Figuren wie Éric Zemmour und trumpistische Eliten beeinflusst. Das Buch erscheint am 28. Januar bei Flammarion.
Renaud Camus, 79 Jahre alt, ist ein produktiver Autor mit über 160 veröffentlichten Büchern. Ehemaliges Mitglied der Linken, war er Mitglied der Parti socialiste und pflegte Kontakte zu Figuren wie Andy Warhol in New York und Louis Aragon in Frankreich. In den letzten Jahren hat er sich durch die Entwicklung des Konzepts des «großen Austauschs» einen Namen gemacht, einer rassistischen Idee, die Anhänger der «Remigration» befeuert, darunter Éric Zemmour. Das Buch The Man by Whom the Plague Came, verfasst von den Le Monde-Journalisten Gaspard Dhellemmes und Olivier Faye, untersucht diesen ideologischen Wandel. In einem Auszug vom 11. März 2023 notiert Camus in seinem Tagebuch: «Zwei Journalisten wollen meine Biografie schreiben. Sie sind Journalisten von M, der Zeitschrift von Le Monde: es kann also nur eine äußerst feindselige Biografie sein, sogar hasserfüllt, notwendigerweise hasserfüllt.» Vier Jahre nach dem Christchurch-Massaker am 15. März 2019 – einem islamophoben Anschlag in Neuseeland mit 51 Toten und 49 Verletzten – wurden andere Massaker im Namen des Kampfes gegen den «großen Austausch» verübt. In Frankreich sind die Nachrichtendienste alarmiert über die wachsende terroristische Bedrohung durch die Ultrarechten, eine wachsende Bewegung, die von Ängsten vor dem Niedergang und dem von Camus propagierten «Volkswechsel» genährt wird. Sein Denken hat die Diskurse der Präsidentschaftskandidaten 2022 durchdrungen, angeführt von Éric Zemmour, und inspiriert nun die neuen trumpistischen Eliten in Washington bei ihrem Machtstreben. Diese gründliche Untersuchung zeichnet ein beunruhigendes Porträt eines Schriftstellers, der zum Ideologen wurde und dessen Ideen eine anhaltende extremistische Rhetorik befeuern.