Der ehemalige Präsident Nicolas Sarkozy veröffentlicht 'Journal d’un prisonnier', das zehn Jahre Verfolgung bis hin zu einer ungerechten Verurteilung auf Basis eines falschen Dokuments darstellt. Er vergleicht seine kurze Haft mit der des Kapitäns Dreyfus, eines Opfers historischen Justizirrtums. Das Buch dient als justizielles und politisches Werkzeug, um sein Image als Unschuldiger zu formen.
Nicolas Sarkozy, der erste ehemalige französische Präsident, der verurteilt und inhaftiert wurde, veröffentlicht 'Journal d’un prisonnier' bei Fayard (216 Seiten, 20,90 Euro). In diesem frisch erschienenen Bericht hämmert er das Thema Ungerechtigkeit über 80 Mal ein, nennt seine Verurteilung 'ungerecht' und 'undenkbar', basierend auf einem 'falschen Dokument'. Seine 21-tägige Haft im Pariser Gefängnis La Santé wird als 'absurd', 'so ungerechtfertigt wie nutzlos' dargestellt. Sarkozy vergleicht sich explizit mit Kapitän Alfred Dreyfus (1859-1935), der zu Unrecht wegen Hochverrats verurteilt und über vier Jahre auf die Teufelsinsel in Französisch-Guayana verbannt wurde. Er gibt jedoch zu, viel weniger erlitten zu haben. Dieses Zeugnis ist mehr als persönlich: Es dient als Waffe in seinem laufenden Rechtsstreit und als politisches Instrument, um in die Geschichte das Bild eines verfolgten Unschuldigen statt eines Täters einzuprägen. Das Buch beleuchtet zehn Jahre 'Verfolgung' vor dem Urteil und hebt die außergewöhnliche Haftbehandlung hervor, die er erhielt. Jenseits der intimen Erzählung zielt es darauf ab, die öffentliche und justizielle Wahrnehmung seines Falls zu formen.