Der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini hat behauptet, dass FIFA und eine 'Schweizer Mafia' konspiriert hätten, um seine Präsidentschaftskandidatur durch falsche Korruptionsvorwürfe zu sabotieren. Bei einem Auftritt auf dem Kriminellen Justizfestival in Italien in Sassuolo reflektierte er über seinen zehnjährigen Rechtskampf und seine jüngste Freisprechung. Platini beschrieb das Leid als bewussten Versuch, seinen Ruf zu zerstören und Reformen zu verhindern.
Michel Platini, der ehemalige UEFA-Präsident und französische Nationalspieler, hat seine Kritik an der FIFA während einer Rede auf dem Kriminellen Justizfestival in Italien in Sassuolo wiederaufgeflammt. In August letzten Jahres von allen Anklagen durch das Schweizer Bundesstrafgericht freigesprochen, beendete Platini eine Rechtsaffäre, die 2015 mit einer Zahlung von 2 Millionen Schweizer Franken begann, die er vom damaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter erhalten hatte. Die Untersuchung führte zu einer Vierjahres-Sperre von fußballbezogenen Aktivitäten, die seine Chancen, Blatter als FIFA-Präsident nachzufolgen, effektiv beendete.
"Die FIFA hat mich massakriert, die Journalisten haben mich massakriert", sagte Platini und schilderte die Schwierigkeit, seine Unschuld zu beweisen. "Es war nicht einfach. Das Schwerste ist, dass niemand dir glaubt. Allen zu erklären, dass du unschuldig bist, ist unglaublich schwer." Er enthüllte, dass er vor dem Skandal 150 Unterstützungsbriefe von Verbandspräsidenten erhalten hatte, und bestand darauf, dass die Vorwürfe zeitlich abgestimmt waren, um seine Kandidatur zu blockieren. "Jeder wollte mich, als Blatter beschloss, nicht mehr anzutreten. Sie dachten, sie würden mir alles nehmen, besonders meinen Ruf."
Platini zielte auf das ab, was er eine 'Schweizer Mafia' nannte, die die rechtlichen Strukturen des Fußballs beeinflusst, einschließlich des Tribunal arbitral du sport (CAS), das jährlich eine Million Euro von der FIFA erhält. "Die Sportjustiz ist ein Skandal", erklärte er. "Es ist eine Schweizer Mafia, in der das Sporttribunal der bewaffnete Arm der FIFA-Führung für Entscheidungen ist." Er verglich seine Erfahrung mit der Dreyfus-Affäre und sagte: "Bin ich der Dreyfus des Sports? Nun, ja. Tatsächlich ist das wahr." Platini glaubt, dass die FIFA seine potenziellen Reformen fürchtete, da die Polizei ihn während einer Exekutivkomitee-Sitzung 2015 befragte.
Trotz Ablehnung finanzieller Entschädigung und etwas Bitterkeit deutete der 69-Jährige auf eine mögliche Rückkehr in die Governance hin, mit Fokus auf die Stärkung der Spieler. "Rückkehr? Ja, das könnte sein", sagte er. "Fußball gehört nicht den Führungskräften oder Anwälten. Er gehört denen, die ihn spielen, die ihn lieben." Seine Kommentare heben anhaltende Bedenken hinsichtlich der Transparenz in den leitenden Gremien des Fußballs hervor.