Der Schweizer Bundesgerichtshof hat Berufungen abgewiesen und das Urteil von 2022 gegen den ehemaligen FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke wegen Bestechlichkeit und Urkundenfälschung im Zusammenhang mit WM-Medierechten bestätigt. Valcke erhielt eine auf Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von 11 Monaten für das Annehmen von Bestechungsgeldern, um Unternehmen bei der Erlangung von Sendeverträgen in Italien und Griechenland zu helfen. In einem verwandten Fall wurde Paris-Saint-Germain-Präsident Nasser Al-Khelaïfi von Vorwürfen freigesprochen, die denselben ehemaligen Funktionär betrafen.
Das Urteil vom 4. Dezember 2025, veröffentlicht am 19. Dezember, markiert das letzte Kapitel in einem langwierigen Korruptionsfall, der systemische Probleme bei der FIFA in den 2010er Jahren beleuchtet hat. Jérôme Valcke, der von Juni 2007 bis zu seiner Entlassung im Januar 2016 als Generalsekretär der FIFA tätig war, wurde im Juni 2022 zunächst vom Berufungsgericht des Schweizer Bundesstrafgerichts verurteilt. Das Gericht befand ihn schuldig der passiven Bestechlichkeit und Urkundenfälschung im Zusammenhang mit Medienrechten für mehrere WM-Turniere, einschließlich der Ausgaben 2026 und 2030.
Die Ermittler stellten fest, dass Valcke 1,25 Millionen Euro (1,46 Millionen Dollar) an Bestechungsgeldern annahm, um zwei Unternehmen bei der Erlangung der Fernsehübertragungsrechte der FIFA in Italien und Griechenland zwischen 2013 und 2015 zu helfen. Der griechische Geschäftsmann Dinos Deris wurde ebenfalls wegen aktiver Bestechlichkeit in demselben Verfahren verurteilt und erhielt eine auf Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von 10 Monaten. Der Bundesgerichtshof wies die Berufungen beider Angeklagter zurück und stellte fest, dass das Urteil der unteren Instanz nicht gegen Bundesrecht verstieß oder willkürlich erschien.
In einem separaten, aber verbundenen Verfahren wurde Nasser Al-Khelaïfi, Präsident von Paris Saint-Germain und Direktor einer Mediengruppe, von Vorwürfen der schweren treuwidrigen Verwaltung freigesprochen. Dies ist seine dritte Freisprechung innerhalb von fünf Jahren zu Vorwürfen, die mit der kostenlosen Nutzung einer Villa in Italien für Valcke von 2013 bis 2015 zusammenhängen. Die Anwälte von Al-Khelaïfi bezeichneten das Ergebnis als 'vollständige Rechtfertigung'.
Valcke, einst enger Verbündeter des ehemaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter, war bereits 2016 von der FIFA mit einer 12-jährigen Sperre von Fußballaktivitäten belegt worden wegen Verstoßes gegen Ethikregeln, die später auf 10 Jahre reduziert wurde. Der Fall unterstreicht die umfassenderen Korruptionsskandale bei der FIFA, die zu mehreren Verhaftungen und Reformen in der globalen Fußballführung führten.