Raphaël Glucksmanns jüngster TV-Auftritt bei LCI hat Zweifel unter seinen Unterstützern der Parti socialiste gesät. Der Europaabgeordnete durchläuft eine Phase strategischer Stille, die Kritik hervorruft. Bernard Cazeneuve fordert Ordnung auf der Linken, um das Rassemblement national 2027 zu bekämpfen.
Raphaël Glucksmann, Mitglied des Europaparlaments und aufstrebende Linke-Figur, steht vor frühen Herausforderungen in seinem Streben nach der Präsidentschaft 2027. Sein Auftritt bei LCI letzte Woche enttäuschte, säte Zweifel unter seinen Unterstützern der Parti socialiste und löste Kritik aus. Nach Monaten strategischer Stille verpasste er nach Beobachtern diesen ersten großen TV-Termin.
Aurore Lalucq, enge Verbündete seit 2018 und beteiligt an seinen Europawahlkämpfen 2019 (6,19 %) und 2024 (13,83 %), verteidigt ihn aufs Schärfste. „Ich kenne ihn in- und auswendig. Ich kann Ihnen versichern, dass Raphaël tatsächlich von dem angetrieben wird, was in der nächsten Präsidentschaftswahl zählt: der mögliche Rechtsruck des Landes“, sagt sie. Dritter bei den Europawahlen, Glucksmann reagierte nicht auf Anfragen der Figaro und durchlebt eine „schwierige Phase“.
In diesem Kontext ruft der ehemalige Premierminister Bernard Cazeneuve, der 2022 wegen der Allianz mit La France insoumise den PS verließ, dazu auf, „in der Linken wieder Ordnung zu schaffen“. Bei France 2 warnt er: „Ob links oder rechts heute, wir müssen im Kopf behalten, dass die Sammlung des eigenen Lagers allein nicht ausreichen wird, um die Bedingungen für einen Sieg gegen das Rassemblement national zu schaffen.“ Er kritisiert den aktuellen Ansatz: „Vorläufig machen wir alles verkehrt herum.“ Cazeneuve plädiert für eine geeinte Kraft jenseits der Parteigrenzen statt Vorwahlen, um ein gemeinsames Projekt zu entwickeln.
Mitte November trat Glucksmann zusammen mit Cazeneuve bei einer Veranstaltung in Pontoise auf, obwohl er frühere Einladungen zur Fusion ihrer Bewegungen ignorierte. Cazeneuve lobt sein Talent: „Raphaël hat Talent. Er könnte diese Kandidatur für 2027 verkörpern, wie viele andere auch.“ Diese Austausche beleuchten die Spaltungen und Zusammenschlussbemühungen auf der Linken inmitten der Wahlonunsicherheit.