Bruno Retailleau, Führer der Partei Les Républicains, steht kurz davor, in den Wettstreit um die französische Präsidentschaft 2027 einzutreten. Nach Monaten des Zögerns hat er seine Entscheidung über die Feiertage gefestigt, eine Ankündigung wird in den nächsten Tagen oder Wochen erwartet.
Bruno Retailleau, Senator der Les Républicains aus der Vendée und ehemaliger Innenminister von 2024 bis 2025, hat Fragen zu einer Präsidentschaftskandidatur 2027 lange umgangen. Er pflegte mit 'Hügel nach Hügel' zu antworten, einem Ausdruck, der die Vorsicht seiner Heimatregion Vendée widerspiegelt, wo kein Gipfel 300 Meter übersteigt. Diese Zurückhaltung frustrierte einige Unterstützer, die ihm sichtbaren Ehrgeiz absprechen. Im Dezember 2025 versprach Retailleau, das Tempo zu steigern, und vertraute privat: 'Ich muss es tun, um mich befreit zu fühlen.' Umgeben von engen Beratern während der Feiertage, hat er seine Überlegungen abgeschlossen. Sein Umfeld bestätigt: 'Er hat einen Schalter in seinem Kopf umgelegt.' Heute ist die Spannung vorbei: Ohne große Überraschung wird er der LR-Kandidat sein, um das Élysée zurückzuerobern, fünfzehn Jahre nach Nicolas Sarkozys Weggang. Die Frage belastete ihn selbst auf dem Höhepunkt seiner Popularität im Place Beauvau. In der Biografie 'Le Cardinal' von Nathalie Schuck (Robert Laffont, 2025) fragte er sich, ob er das 'Virus' für die Präsidentschaft habe. Er reflektierte: 'Um Präsident der Republik zu werden, muss man eine Entscheidung treffen, die jeden Teil des eigenen Wesens einbezieht, theoretisierte er. Man muss sie im Willenssinne voll und ganz akzeptieren und im physischen Sinne vollständig, mit allen physiologischen und psychologischen Ressourcen.' Der Termin der Ankündigung ist noch offen – vor oder nach den Kommunalwahlen – ebenso wie das Format. Retailleau möchte eine belebte Rechte vertreten.