Marine Le Pen, die mit gerichtlichen Schwierigkeiten konfrontiert ist, glaubt, dass Jordan Bardella die Präsidentschaftswahl 2027 an ihrer Stelle gewinnen kann. Die Präsidentin der RN-Fraktion in der Nationalversammlung äußert starkes Vertrauen in ihren potenziellen Nachfolger, trotz Kritik an seiner Erfahrung. Sie wird vom 13. Januar bis 12. Februar 2026 in der Berufung im Fall der europäischen Parlamentsassistenten des FN vor Gericht stehen.
Marine Le Pen, dreimalige Präsidentschaftskandidatin des Front National in 2012 und 2017 sowie des Rassemblement National (RN) in 2022, sieht sich mit einem Urteil erster Instanz konfrontiert, das ihre zukünftige Kandidatur gefährdet. Das Pariser Strafgericht verurteilte sie zu vier Jahren Haftstrafe, davon zwei Jahre unbedingt, einer Geldstrafe von 100.000 Euro und fünf Jahren Wählbarkeitsverbot mit sofortiger Vollstreckung. In einem Interview mit La Tribune Dimanche sagt sie: „Jordan Bardella kann die Präsidentschaftswahl 2027 an meiner Stelle gewinnen.“ Mit 30 Jahren ist Bardella, Präsident des RN, „Gegenstand einer absolut skandalösen Diffamierungskampagne“, so Le Pen, die hinzufügt, sie habe „zwei Millionen Mal mehr Vertrauen in Jordans Jugend, die seit fünfzehn Jahren politischer Aktivist ist“, als in die von Emmanuel Macron.
Trotz ihrer Lage will Le Pen nicht „das Feld räumen“, erkennt aber an, dass „der Kampf tausend Gesichter haben kann“. Sie betont: „Die Ideen werden überleben, die Zukunft Frankreichs ist gesichert.“ Ihre Berufung ist vom 13. Januar bis 12. Februar 2026 angesetzt. Sie kommentiert: „Es gab eine Zeit, in der man eine Kugel abbekam. Heute bekommt man eine gerichtliche Kugel. Das bedeutet deinen Tod, in Wirklichkeit.“
Politisch kritisiert Le Pen Emmanuel Macron dafür, die Nationalversammlung nicht aufzulösen, was „die aktuelle Unordnung“ verursacht. Sie fordert „dringend wieder wählen zu gehen“ und im Falle einer Auflösung den Verfassungsrat anzurufen, „den einzigen Richter über die Gültigkeit einer Kandidatur in einer Notfallsituation“.
Innerhalb des RN wird 2026 entscheidend für die Auswahl des Präsidentschaftskandidaten sein, mit internen Debatten, insbesondere über die von Le Pen seit 2022 vorgeschlagene Rentenreform. Zwei Lager stehen sich gegenüber: Das eine will sie ändern, um rechte Wähler anzuziehen und das Rentendefizit anzugehen; das andere verteidigt sie als Wahlversprechen. Am 23. Dezember 2025 war Le Pen mit ihren 123 RN-Abgeordneten in der Versammlung aktiv bei der Abstimmung über ein Sondergesetz zur Finanzierung des Staates 2026 inmitten einer Haushaltsblockade.