Die Einlassungen der Verteidigung begannen am Mittwoch, dem 4. Februar, vor dem Pariser Berufungsgericht im Fall der europäischen Parlamentsassistenten des Front National, mit dem Ziel, die Verantwortung der Angeklagten zu minimieren. Die Anträge der Staatsanwaltschaft vom Vortag fordern für Marine Le Pen fünf Jahre Wählbarkeitsverbot, was Zweifel an ihrer Präsidentschaftskandidatur 2027 aufwirft. Das Urteil des Gerichts wird vor dem Sommer erwartet.
Der Berufungsprozess der europäischen Parlamentsassistenten des Front National (FN), jetzt Rassemblement National (RN), läuft seit dem 13. Januar vor dem Pariser Berufungsgericht. Die zwölf Angeklagten werden beschuldigt, öffentliche Gelder des Europäischen Parlaments veruntreut zu haben. Die Anträge der Staatsanwaltschaft, die am Dienstag, dem 3. Februar, von Thierry Ramonatxo und Stéphane Madoz-Blanchet vorgebracht wurden, fordern gegen Marine Le Pen vier Jahre Haft mit drei Jahren auf Bewährung, eine Geldstrafe von 100.000 Euro und fünf Jahre Wählbarkeitsverbot ohne vorläufige Vollstreckung. Diese Härte, ähnlich dem Urteil des Strafgerichts vom 31. März 2025, verstärkt die Fragen zur Fähigkeit der Rechtsextremen-Führerin, sich 2027 um die Präsidentschaft zu bewerben. Die Einlassungen der Verteidigung begannen am Mittwoch, dem 4. Februar, mit unterschiedlichem Erfolg für die zwölf Anwälte. Me Robert Apéry, der Erste, hob Unstimmigkeiten in der Akte hervor und kritisierte die von der Zivilklage und Staatsanwaltschaft genannte „politische Kampagne“ gegen Richter. Er wies auf eine „subliminale Botschaft“ in Angriffen auf den Rechtsstaat durch Marine Le Pen, Jordan Bardella, Nicolas Sarkozy, François Bayrou und Jean-Luc Mélenchon hin. Me Patrick Maisonneuve, Anwalt des Europäischen Parlaments (Zivilkläger), hatte am Vortag Bedenken über diese Attacken geäußert und über das plötzliche Interesse von Figuren wie Bayrou und Mélenchon am Parlament gescherzt, die selbst ähnliche Vorwürfe gegenüberstehen. Marine Le Pen hatte geschworen, alle Rechtsmittel auszuschöpfen, um ihre Unschuld zu beweisen, und profitiert von einem beschleunigten Zeitplan: Berufungsurteil vor Sommer 2026, und das Kassationsgericht verspricht ein schnelles Urteil bei weiterer Berufung. Unter Druck zögert sie nun jedoch, ihre Kandidatur vor Gericht zu wagen, was ihre politische Zukunft hypothetischer denn je macht.