Staatsanwälte in Marseille fordern harte Strafen gegen Yann Bompard, Bürgermeister von Orange, und RN-Abgeordnete Marie-France Lorho in einem Fall von Scheinbeschäftigung. Bompard drohen fünf Jahre Wahlunwürdigkeit für die Annahme umgeleiteter öffentlicher Gelder. Das Gericht verkündet am 26. Januar das Urteil.
Das Strafgericht Marseille hat am 18. Dezember den Fall gegen Yann Bompard, den rechtsextremen Bürgermeister von Orange in Vaucluse, und Marie-France Lorho, Abgeordnete des Rassemblement National (RN) für den 4. Wahlkreis von Vaucluse, verhandelt. Bompard wird vorgeworfen, von einem fiktiven Job als parlamentarischen Mitarbeiter für Lorho profitiert zu haben, von November 2021 bis Februar 2023. Dieser Posten soll ihm laut Angaben der Nationalversammlung rund 75.000 Euro brutto und 43.000 Euro netto eingebracht haben.
Die Staatsanwälte fordern gegen Bompard zwei Jahre Haft auf Bewährung, eine Geldstrafe von 15.000 Euro, die Einziehung von 8.000 Euro, die von seinem Bankkonto beschlagnahmt wurden, sowie fünf Jahre Wahlunwürdigkeit mit sofortiger Vollstreckung. Dies könnte ihn daran hindern, sich für eine zweite Amtszeit in der laufenden Kommunalwahlkampagne zu bewerben.
Marie-France Lorho, ehemalige erste Stellvertreterin und Ersatz für Jacques Bompard – Yanns Vater, der 2017 seinen Sitz in der Nationalversammlung abgab, um Mehrfachämter zu vermeiden –, wird wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder und Zeugenbeeinflussung angeklagt. Gegen sie werden 18 Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 10.000 Euro gefordert.
Der Fall entfaltet sich inmitten angespannter politischer Verhältnisse für die Rechtsextremen in Vaucluse, geprägt von familiären und beruflichen Verbindungen innerhalb des RN. Das Urteil ist für den 26. Januar angesetzt, ein Datum, das die lokalen Wahlchancen neu gestalten könnte.