Der ehemalige Bürgermeister von Levallois-Perret, Patrick Balkany, soll am 20. Februar vor dem Gericht in Nanterre wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder erscheinen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2010 und 2015 Polizisten der Gemeinde und Fahrzeuge für private Zwecke genutzt zu haben. Dieser Fall kommt zu anderen laufenden Verfahren gegen ihn hinzu.
Patrick Balkany, eine umstrittene Figur der französischen Rechten und ehemaliger Bürgermeister von Levallois-Perret, steht vor einem weiteren Gerichtsverfahren. Die Staatsanwaltschaft Nanterre gab am Montag bekannt, dass der über Achtzigjährige wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder vor Gericht gestellt wird, in Bezug auf Vorfälle während seiner Amtszeit von Januar 2010 bis Mai 2015. Die Ermittlungen wurden im Dezember 2012 nach einem Bericht zweier Gewerkschaften der Gemeindepolizei eingeleitet. Eine justizielle Vorermittlung wurde im Dezember 2013 eröffnet und der Brigade zur Bekämpfung wirtschaftlicher Delikte der Pariser Justizpolizei zugewiesen. Im Juli 2020 unter formelle Untersuchung gestellt, wird Balkany beschuldigt, kommunale Beamte als persönliche Fahrer eingesetzt und städtische Fahrzeuge für private Nutzung umgewandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat für Anklagen wie unrechtmäßige Interessenwahrnehmung, Geldwäsche oder Beihilfe zur Veruntreuung einen Einstellungsbeschluss erlassen. Die Anwälte des ehemaligen Bürgermeisters, Robin Binsard und Romain Dieudonné, reagierten heftig: „Wir werden bei der Verhandlung anwesend sein, neben Patrick Balkany, um diese unbegründeten und verleumderischen Vorwürfe formell anzufechten“, teilten sie der AFP mit. Am 20. Februar wird Balkany zudem in einem weiteren Veruntreuungsfall geladen, der den ehemaligen Direktor für wirtschaftliche Entwicklung von Levallois betrifft, der nach seiner Pensionierung 2012 weiterbezahlt wurde. Sein Anwaltsteam spottete darüber, von der Ladung durch die Presse statt offizieller Kanäle erfahren zu haben. Kürzlich gewährte das Strafvollstreckungsgericht Évreux Balkany eine bedingte Entlassung für die restlichen 18 Monate einer 2023 verhängten Haftstrafe wegen Finanzdelikte; diese Entscheidung wurde von der Staatsanwaltschaft angefochten. 2023 von der Pariser Berufungsinstanz für nicht wählbar erklärt, bleibt er in der Lokalpolitik aktiv vor den Kommunalwahlen.