Der Abgeordnete von La France Insoumise Sébastien Delogu, Kandidat für das Bürgermeisteramt in Marseille, soll am 9. Juni vor Gericht erscheinen, weil er gestohlene private Dokumente eines Unternehmensleiters in sozialen Medien verbreitet hat. Der Fall geht auf einen Diebstahl im September 2024 während eines Arbeitskonflikts bei einem Reinigungsunternehmen zurück. Die Ermittlungen führten im Mai zu Durchsuchungen seiner Wohnung und seines Büros.
Sébastien Delogu, LFI-Abgeordneter und Kandidat für das Bürgermeisteramt in Marseille, steht wegen Vorfällen aus dem späten Jahr 2024 vor Gericht. Ihm werden Hehlerei, Offenlegung personenbezogener Daten mit Gefährdungspotenzial und Verletzung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses vorgeworfen. Das Strafgericht Marseille hat seinen Termin auf den 9. Juni angesetzt. Der Fall betrifft den Diebstahl eines Ordners mit privaten Dokumenten von Isidore Aragones, der vom 12. September bis Anfang Oktober 2024 kurzzeitig den Vorstandsvorsitz bei Laser Propreté innehatte. Der Diebstahl geschah inmitten eines Arbeitsstreits um Reinigungsdienste im Marsseiller Métro und am Bahnhof Saint-Charles, wo Delogu die Arbeiter unterstützte. Aragones, ein pensionierter Anwalt und ehemaliger Leiter des CRIF in Marseille, stellte den Diebstahl nach dem Sturm auf sein Büro durch eine CGT-Delegation mit etwa 100 Personen am 19. September 2024 fest. Fünf Tage später, am 24. September, veröffentlichte Delogu Teile der gestohlenen Dokumente auf seinem Instagram-Account mit 95.000 Followern. Die Posts hoben Aragones’ Verbindungen zum Staat Israel, Reisen nach Brasilien und Israel sowie persönliche Finanzpläne hervor, wie Renovierungen einer Zweitwohnung inklusive beigefügter Rechnungen. Der Abgeordnete erklärte, dass ihm das Material von wohlwollenden Personen zugespielt worden sei. Isidore Aragones äußerte seine Bedenken: „Im Kontext [des Nahostkonflikts] hat er mein Leben offengelegt und mich in echte Gefahr gebracht, ernsthafte Gefahr.“ Im Mai 2025 wurde Delogu von Ermittlern vernommen, und seine Wohnung sowie sein Büro durchsucht. Bei AFP-Kontakt war er nicht unmittelbar für einen Kommentar verfügbar.