Am Donnerstag wurden Durchsuchungen im Haus der Kultusministerin Rachida Dati, im Rathaus des 7. Arrondissements von Paris und im Ministerium durchgeführt, im Rahmen einer Korruptionsermittlung im Zusammenhang mit ihrem Mandat im Europäischen Parlament. Die Regierungssprecherin Maud Bregeon verteidigte die Ministerin am Freitag und erklärte, sie gehöre voll und ganz zur Exekutive. Dati gilt als unschuldig und hat sich nicht zu den Razzien geäußert.
Die Durchsuchungen fanden am Donnerstag, dem 18. Dezember, statt, im Rahmen einer gerichtlichen Untersuchung, die am 14. Oktober von der Abteilung für Wirtschaft und Finanzen am Pariser Gerichtshof eröffnet wurde. Der von zwei Untersuchungsrichtern bearbeiteten Ermittlung liegen Vorwürfe der aktiven und passiven Korruption, des Einflussverkaufs, der Veruntreuung öffentlicher Gelder, der Hehlerei und der Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Mandat von Rachida Dati im Europäischen Parlament von 2009 bis 2019 zugrunde.
Im Zentrum steht der Verdacht, 299.000 Euro an Gebühren von GDF Suez erhalten zu haben, die nicht beim Europäischen Parlament deklariert wurden, wie eine Quelle nahe dem Fall mitteilte. Der Finanzstaatsanwalt Jean-François Bohnert skizzierte diese Vorwürfe in einer Erklärung.
Am Freitag, dem 19. Dezember, bei RTL wischte die Regierungssprecherin Maud Bregeon Bedenken weg: „Rachida Dati hat immer ihre Unschuld beteuert, und Rachida Dati ist offensichtlich als unschuldig anzusehen (...). Es gibt kein Problem.“ Einer der Anwälte der Ministerin, Olivier Pardo, verweigerte einen Kommentar.
Rachida Dati, Kandidatin der Republikaner für das Amt der Pariser Bürgermeisterin, steht vor weiteren Verfahren. Sie soll im September 2026 zusammen mit Carlos Ghosn wegen Korruption und Einflussnahme vor dem Strafgericht erscheinen. Eine weitere Untersuchung betrifft die mögliche Nichtdeklaration von Luxus-Schmuck im Wert von 420.000 Euro.
Diese Ereignisse finden statt, während die Ministerin ihre Aufgaben weiterhin wahrnimmt und von der Regierung gestützt wird.