Kandidat Pierre-Yves Bournazel erklärte, er hätte als Pariser Bürgermeister zurücktreten müssen angesichts der durch eine «Cash Investigation»-Recherche zu Nachmittagsbetreuung aufgedeckten Versäumnisse. Am Donnerstagabend auf France 2 ausgestrahlt, hebt der Bericht ignorierte Beschwerden und unangemessenes Verhalten von Betreuern hervor. Mehrere Bürgermeisterkandidaten reagierten schockiert und forderten Rechenschaft.
Eine am Donnerstagabend auf France 2 im Programm «Cash Investigation» ausgestrahlte Untersuchung deckte schwere Versäumnisse in der pariser Nachmittagsbetreuung auf. Eltern berichten, dass ihre Warnungen vor verdächtigem Verhalten des Personals ignoriert wurden. Es wird die fehlende Rekrutierungsstruktur hervorgehoben sowie unangemessene Handlungen, wie ein Betreuer, der ein Kind auf den Mund küsste, an der öffentlichen Kindertagesstätte Saint-Dominique im 7. Arrondissement. Pierre-Yves Bournazel, Kandidat von Horizons und Renaissance für das Pariser Bürgermeisteramt, reagierte am Samstag, den 31. Januar, bei Franceinfo. «Wäre ich Bürgermeister von Paris, hätte ich zurücktreten und die fehlerhaften Mitglieder der Exekutive und der Verwaltung entlassen. Sie haben versagt, und irgendwann gibt es eine Ethik der Verantwortung», sagte er. Er fügte hinzu, der Bürgermeister solle «seine Exekutive, den für die Nachmittagsbetreuung zuständigen Stellvertreter und die Verwaltungen zur Rechenschaft ziehen». Das Pariser Rathaus kündigte an, eine Verwaltungsuntersuchung eingeleitet, eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet und zwei betroffene Betreuer sofort suspendiert zu haben. Andere Kandidaten äußerten Empörung. Rachida Dati, Bürgermeisterin des 7. Arrondissements und Spitzenkandidatin von LR-MoDem, verurteilte eine «Omertà» und «systemische Dysfunktionen» und forderte eine umfassende Untersuchung der Nachmittagsbetreuung. Emmanuel Grégoire (PS, linke Union ohne LFI) sprach von «Schock» und «Wut». Sophia Chikirou (LFI) fragte: «Wer sind die Verantwortlichen? Warum wurden die Warnungen nie bearbeitet?». Sarah Knafo (Reconquête!) nannte es einen «Skandal» und wies auf fehlende Überprüfungen bei Einstellungen hin. Diese Reaktionen fallen in die Pariser Kommunalwahlen, in denen die Qualität öffentlicher Dienste ein zentrales Thema ist.