Bei seiner ersten großen Wahlkampfkundgebung am 14. Januar 2026 kritisierte Emmanuel Grégoire, Kopf einer linken Unionsliste in Paris, seine Rivalin Rachida Dati scharf und warf ihr vor, die Hauptstadt in ein «Facho-Labor» verwandeln zu wollen. Am selben Vormittag verteidigte die scheidende Bürgermeisterin Anne Hidalgo ihre Bilanz, ohne ihren ehemaligen Ersten Stellvertreter zu erwähnen, und betonte, Paris müsse eine linke Stadt bleiben.
Am 14. Januar 2026, zwei Monate vor der ersten Runde der Kommunalwahlen am 15. und 22. März, gewann der Pariser Wahlkampf mit zwei zentralen Ereignissen an Dynamik. Vormittags im Rathaus präsentierte die scheidende Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die nicht mehr kandidiert, ihre Abschiedswünsche. Sie verteidigte ihre Bilanz, ohne Emmanuel Grégoire, ihren ehemaligen Ersten Stellvertreter, mit dem sie verfeindet ist, auch nur einmal zu nennen. «Im Spiel steht keine Ablösung oder Nachfolge, sondern vor allem eine Vision von Paris», erklärte sie. «Ich vertraue den Pariserinnen und Parisern: ihren Anliegen, ihrer Klarheit und ihrer Verbundenheit mit dieser besonderen Stadt», ergänzte die Bürgermeisterin. In einem spontanen Pressegespräch bekräftigte sie, «Paris müsse eine linke, progressive Stadt bleiben».Abends hielt Emmanuel Grégoire seine erste große Kundgebung in La Bellevilloise im 20. Arrondissement. Mit vollem Saal begann er seine Rede auf dem Gehweg mit Megafon: «Wir sind ein wenig Opfer unseres Erfolgs. Nächstes Mal nehmen wir einen riesigen Saal». An der Spitze einer linken Unionsliste ohne La France insoumise (LFI), nominiert seit dem 30. Juni 2025, häufte Grégoire Angriffe auf Rachida Dati, die Kandidatin der Les Républicains, an. Er wirft ihr Abdriften zur Extreme Rechten vor und behauptet zu belegen, dass seine Rivalin Paris in ein «Facho-Lab» verwandeln wolle. «Sie sind Empörung, wir sind Kompetenz», sagte er vor einem enthusiastischen Publikum.In einem Umfeld knapper Umfragen, in denen Grégoire mit Dati gleichauf liegt – anders als Hidalgos Vorsprung 2020 –, soll diese Kundgebung Schwung erzeugen. Seit fast sechs Jahren als Kandidat ausgerufen, strebt der Sozialist an, seine einzigartige Union mit Ökologen und anderen Linken zu festigen, um die Rechte zu kontern.