Eine Woche nach der Ermordung von Mehdi Kessaci in Marseille besuchten der Innenminister Laurent Nuñez und der Justizminister Gérald Darmanin die Stadt am 20. November 2025. Sie erklärten, dass der Drogenhandel eine Bedrohung darstellt, die mindestens gleichwertig mit dem Terrorismus ist, und versprachen, die justiziellen Ressourcen zu stärken. Die Veranstaltung zielt darauf ab, den Schock über dieses mutmaßliche Einschüchterungsverbrechen gegen Anti-Drogen-Bemühungen zu bewältigen.
Mehdi Kessaci, 20, Bruder des Anti-Drogen-Aktivisten Amine Kessaci, wurde am 13. November 2025 bei Tageslicht in Marseilles 13. Arrondissement in der Nähe der Moschee Frais-Vallon erschossen. Die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau, die die Ermittlungen über die Nationale Gerichtsbarkeit gegen organisierte Kriminalität leitet, erklärte, dass die Täter aus dem 'hohen Segment der organisierten Kriminalität' stammen und wahrscheinlich Amine wegen seines Kampfes gegen Narcobanditismus ins Visier genommen haben.
Am 20. November hielten Gérald Darmanin und Laurent Nuñez eine Besprechung in der Präfektur von Bouches-du-Rhône mit Richtern, Ermittlern und Sicherheitskräften ab. Darmanin bezeichnete den Drogenhandel als 'Bedrohung, die mindestens gleichwertig mit dem Terrorismus ist', und wies darauf hin, dass die Netzwerke 'zwischen 5 und 6 Milliarden Euro in bar' generieren. Nuñez sagte, der Mord sei 'ein Verbrechen, das darauf abzielt, zu erschrecken und sich gegen die Republik und den Staat zu richten', und kündigte 2000 Anklagen und 900 Untersuchungshaften im Zusammenhang mit Marseiller Mafiagruppen an.
Die Minister versprachen Verstärkungen für Richter und Gerichtsangestellte sowie den Start im Januar 2026 eines nationalen Staatsanwaltsamts gegen organisierte Kriminalität (Pnaco). Nuñez verpflichtete sich zu monatlichen Besuchen in Marseille. Die Narcomorde in Bouches-du-Rhône sanken von 50 im Jahr 2023 auf 24 im Jahr 2024 und etwa 15 im Jahr 2025. Eine weiße Marsch für Mehdi ist für Samstag, den 22. November, geplant, mit Beteiligung gewählter Vertreter wie Manuel Bompard und Fabien Roussel.
Amine Kessaci erklärte: 'Jeder ist heute bedroht'. Roberto Saviano warnte vor dem Rückstand Frankreichs im Kampf gegen den Drogenhandel, der 30 Jahre lang ignoriert wurde. Bürgermeister Benoît Payan begrüßte die Härte des Staates, bedauerte jedoch den Mangel an Polizeipersonal.