Eine jüngste Umfrage zeigt eine Erosion des Images von Marine Le Pen unter den Franzosen, insbesondere RN-Sympathisanten, die Jordan Bardella für die Präsidentschaftswahl 2027 bevorzugen. Trotz ihrer Verurteilung 2025 gewinnen RN-Ideen in der öffentlichen Meinung an Boden und spalten Frankreich gleichmäßig zwischen Besorgnis und Begeisterung. Die Partei behält ihren Schwung inmitten gerichtlicher Probleme.
Der jährliche Barometer von Verian für Le Monde und L’Hémicycle, online vom 1. bis 5. Januar 2026 mit 1.511 Befragten durchgeführt, hebt einen Abbau des Images von Marine Le Pen hervor. Vor ihrem Berufungsverfahren im Fall der parlamentarischen Assistenten des Front National, das sie von der Präsidentschaftswahl 2027 ausschließen könnte, halten die Franzosen den 30-jährigen Jordan Bardella für wahlstärker und als besseren Staatschef als seine Mentorin, die das RN seit 15 Jahren führt. Le Pens persönliche Eigenschaften wie „ehrlich“ oder „sympathisch und warm“ bleiben stabil und werden vor allem von ihren Anhängern bestätigt, trotz ihrer Verurteilung in erster Instanz Ende März 2025. Ihre politischen Qualitäten sind jedoch gesunken: 55 % der Franzosen sehen sie als fähig, „die richtigen Entscheidungen zu treffen“ (–12 Punkte zu 2025), 50 % zum „Verständnis der Alltagsprobleme der Franzosen“ (–6 Punkte) und 39 % zum „Vereinen jenseits ihres Lagers“ (–11 Punkte, zurück auf 2022-Niveau). Paradoxerweise rücken RN und seine Ideen in der öffentlichen Meinung vor, besonders auf der Rechten. Die Legislativwahlen 2024 hatten Zweifel an seiner Regierungsfähigkeit geweckt, doch diese sind verflogen. „Alles scheint vom RN abzuperlen, einschließlich der Justizvorfälle, die Marine Le Pens Image getrübt haben, nicht aber den Schwung der Partei, selbst bei Rechten-Sympathisanten“, sagt Eddy Vautrin-Dumaine, Studienleiter bei Verian. „Es ist kein Wutvote mehr, sondern ein Lösungsvote.“ Frankreich ist gespalten: die Hälfte sorgt sich um den Aufstieg der Rechtsextremen, die andere umarmt ihre Lösungen. Diese Umfrage, seit 41 Jahren durchgeführt, nutzt nun Online-Erfassung und bietet einen Langzeitblick auf die Wahrnehmung der rechtsextremen Partei.