Nach dem Erlebnis der „gemeinsamen Grundlage“ wollen die Republikaner sich neu positionieren, indem sie ihr wirtschaftliches Projekt unter Leitung von Bruno Retailleau vorstellen. Dieses Dokument soll die Partei in die Zukunft projizieren und sie von aktuellen Drucksituationen abheben. Vor der bevorstehenden Haushaltsdebatte bietet es eine Alternative zu den Dilemmata sozialistischer Forderungen.
Die Republikaner (LR) stehen vor einer doppelten Herausforderung: sich in die Zukunft zu projizieren und ihre politische Singularität zu behaupten. Die Vorstellung des wirtschaftlichen Projekts der Partei durch Bruno Retailleau adressiert diese Notwendigkeit direkt. Sie erfolgt in einem Kontext, geprägt vom Scheitern der „gemeinsamen Grundlage“ und Aufrufen, sich einem Bogen anzuschließen, der das abtretende Macron-Lager umfasst. Die Debatte über das Haushaltsgesetz (PLF) 2026 vergiftet Ende Januar erneut das politische Leben. Öffentliche Meinung und Akteure teilen eine Obsession: diese Diskussion so schnell wie möglich abzuschließen. Beschleunigung bedeutet jedoch oft Nachgiebigkeit gegenüber den Forderungen der Sozialistischen Partei, die 10 Milliarden Euro zusätzliche Steuern und 8 Milliarden Euro Mehrausgaben verlangt. Lehnt Minister Sébastien Lecornu die Nutzung von Artikel 49.3 ab, sitzt LR zwischen zwei heiklen Optionen: den Lecornu-Faure-Text zu genehmigen und eine budgetäre Vorwärtsflucht zu übernehmen oder sich zu widersetzen und eine Verlängerung der Blockade zu riskieren. Indem er die Debatte um ein 2027er-Projekt organisiert, bietet Retailleau einen konstruktiveren Weg. Das erlaubt den Ausbruch aus dem infernalischen Haushaltsrahmen und das Zeichnen einer klaren Linie für die Zukunft der Partei fernab aktueller Haushaltsfehler.