Über zehn Tage nach dem Schlag von Sturm Johannes am 27. Dezember 2025 sitzen Hunderte von Haushalten in Gävleborg weiterhin ohne Strom inmitten lang anhaltender Ausfälle, die durch einen Schneesturm nach Neujahr verschärft wurden. Stromversorger Ellevio verstärkt die Wiederherstellungsmaßnahmen, während Bewohner anhaltender Kälte, Isolation und Unsicherheit ausgesetzt sind.
Seit den anfänglichen weit verbreiteten Ausfällen im Kielwasser von Sturm Johannes – das drei Tote forderte und Zehntausende hauptsächlich in Gävleborg und Västernorrland traf – bestehen die Herausforderungen bis zum 7. Januar 2026. Über 700 Haushalte in Gävleborg sind nach Angaben von Ellevio immer noch ohne Strom, was die schlimmste Situation seit Sturm Gudrun 2005 markiert. In Söderhamn haben Ann-Kristin Johansson, 71, und Per Inge Johansson, 75, zwölf Tage ohne Strom ausgeharrt, bei Temperaturen bis -18 °C. Sie wechseln sich mit dem Anheizen von Öfen und Schneeräumen ab und haben 1.500 Kronen für Kerzen und Generator-Treibstoff ausgegeben. „Es ist besser, negativ zu denken, damit man nicht enttäuscht wird“, sagt Ann-Kristin frustriert über Verzögerungen, obwohl sie selbst ein umgestürztes Kabel fanden. Bei Bollnäs kommen Jonas Hedin, 42, und Ann-Sofie mit Gasherd und Generator aus, haben aber wegen der Tiere einen kritischen Wassermangel. „Es fühlt sich ziemlich hoffnungslos an“, sagt Jonas und kritisiert die schlechte Kommunikation von Ellevio inmitten aufgestapelter Teller und Wäsche. Simon Nilsen, 36, in Katrineberg haust in einem Raum inmitten gebrochener Strommasten, vermisst vor allem Licht und zweifelt an Ellevios Sonntags-Prognose zur Stromwiederherstellung. Die Solidarität im Viertel ist durch gegenseitige Hilfe gewachsen. In Råhällan zwischen Gävle und Ockelbo haben Börje Löfgren und Margareta Engström nach zehn Tagen mit Holzofen und Brunnenwasserholen bei -20 °C wieder Strom bekommen. „Es war hart, aber Zusammenbrechen hilft nicht“, sagt Börje. Ellevios Jonatan Björck berichtet von 180 Arbeitern vor Ort, Zeitpläne durch Wetter und Schäden verzögert. Das Unternehmen verspricht gesetzliche Entschädigung bis zum Dreifachen der Jahresgebühr, z. B. 45.000 Kronen.