Sturm Johannes fegt mit starken Winden und starkem Schneefall nach Schweden ein und führt zu Ausfällen von Zügen und Fähren. Tausende Reisende sind betroffen, insbesondere diejenigen, die in Berggebiete wie Åre reisen. Behörden warnen vor unnötigen Reisen.
Sturm Johannes, ein starker 2. Weihnachtsfeiertagssturm, fegt in der Nacht zum Samstag, 27. Dezember 2025, aus dem Norwegischen Meer über Norwegen nach Schweden. Laut SMHI-Meteorologin Anna Belking beginnen starke Winde im Gebirge um Mitternacht mit bis zu 27 Metern pro Sekunde und Böen, die noch höher ausfallen könnten. Orange Warnungen gelten für große Teile von Norrland, nördliches Dalarna, nordöstliches Svealand und Gotland, während Sturmwarnungen für den südlichen Bottnischen Golf und die Alandsee ausgerufen wurden. Der Sturm trifft zuerst Jämtland, Dalarna und Västerbotten um 02:00 Uhr mit starkem Schneefall und Risiko langer Staus auf den Straßen.
Trafikverket schließt den Zugverkehr zwischen Bräcke und Storlien ab Mitternacht sowie die Strecke Gällivare–Riksgränsen bis Samstagnachmittag. SJ streicht den Nachtzug Stockholm–Narvik und sechs Abfahrten nach Duved, Åre und Storlien, was bis zu 2000 Reisende betrifft. Keine Ersatzbusse werden wegen des Wetters angeboten, sagt SJs Leila Fogelholm: «Wir wollen niemanden bei solchen Wetterwarnungen auf die Straßen schicken.» Reisende wie die Australier Olly und Bailey, die zum Snowboarden nach Åre wollten, müssen über Oslo fliegen. Lovisa Karindotter, die ein Reinigungsunternehmen in Undersåker bei Åre betreibt, ist in Finspång gestrandet und droht, Arbeit zu verpassen: «Das ist eine Katastrophe für meinen Job.»
Die Fährverbindungen sind stark beeinträchtigt. Destination Gotland streicht Abfahrten zwischen Nynäshamn und Visby am Samstag und Sonntag, während Eckerölinjen alle Fahrten von Grisslehamn nach Eckerö am Samstag einstellt. Passagier Jan Lundin verpasst sein Wochenende auf Gotland wegen gestrichener Buchungen und überlastetem Kundenservice: «Das ist echt übel.» Adam Jacobsson von Destination Gotland räumt ein: «Die Belastung war hoch auf App und Website, was die Leistung beeinträchtigte.»
Trafikverket bereitet sich mit Einsatzkräften, Kettenfahrzeugen und schweren Bergungsfahrzeugen in Åre vor. Der Stromversorger Eon erhöht die Bereitschaft und rät Kunden, lose Gegenstände zu sichern, Handys aufzuladen und Extra-Wasser zu lagern, sagt Regionalleiterin Lena Berglund. Skistar warnt vor großen Auswirkungen auf Lifte und Busse in Vemdalen und Åre. SMHI, Polizei und Trafikverket fordern gemeinsam: unnötigen Verkehr vermeiden. In Norwegen werden noch stärkere Winde erwartet, bis 44 m/s in Böen.