Seit dem frühen Samstagmorgen sind etwa 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe im Berliner Südwesten ohne Strom, verursacht durch ein Feuer an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung, und ein Bekennerschreiben wird geprüft. Die Versorgung könnte bis Donnerstag, den 8. Januar 2026, dauern.
Der Stromausfall begann am Samstagmorgen, dem 3. Januar 2026, in den Berliner Bezirken Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Betroffen sind rund 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbebetriebe im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Ursache ist ein Brand an der Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde, bei dem mehrere Hochspannungskabel beschädigt wurden. Die Polizei und das Landeskriminalamt (LKA) ermitteln wegen des Verdachts auf Brandstiftung; ein Bekennerschreiben liegt vor und wird vom Staatsschutz auf Authentizität geprüft. Fußspuren im Schnee wurden gesichert, und Zeugenhinweise werden eingeholt.
Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin schätzt, dass die Reparaturen aufgrund umfangreichen Tiefbaus und des winterlichen Wetters mit Schnee und Kälte bis Donnerstagnachmittag dauern. Bereits ab Samstagabend sollen 10.000 Haushalte in Lichterfelde aus alternativen Netzen versorgt werden. Die Auswirkungen sind gravierend: Ampeln, Heizungen, Internet und Mobilfunknetze fallen aus, Supermärkte und Restaurants schließen. In Pflegeheimen und Kliniken, die in der alterungsgeprägten Region häufig vorkommen, müssen Bewohner evakuiert werden; Feuerwehrkräfte haben bereits Patienten aus zwei Einrichtungen umgesiedelt. Über 350 Feuerwehrleute sind im Einsatz, unterstützt vom Technischen Hilfswerk (THW). Notunterkünfte und Ladepunkte für Handys wurden eingerichtet, z. B. am Rathaus Wannsee und Mexikoplatz.
Der S-Bahn-Verkehr ist beeinträchtigt: Linien S1 (Zehlendorf-Wannsee), S7 (Charlottenburg-Potsdam) sowie Regionalzüge RE1 und RE7 fallen teilweise aus, Ersatzbusse verkehren. Die Polizei rät per Lautsprecherwagen und Social Media, bei Verwandten unterzukommen und hilfsbedürftige Nachbarn zu unterstützen. Ein Notarzt sprach von 'kriegsähnlichen Zuständen'. Der Vorfall erinnert an einen Stromausfall im September 2025 im Südosten Berlins, der 50.000 Kunden traf und durch einen politisch motivierten Brandanschlag ausgelöst wurde.