Der iranische Fußballverband hat angekündigt, das Losverfahren für die FIFA-WM 2026 in Washington am 5. Dezember zu boykottieren, da die USA mehreren Delegationsmitgliedern Visa verweigert haben. Die Entscheidung resultiert aus politischen Spannungen und strengen US-Reisebeschränkungen unter der Trump-Administration. Verbandspräsident Mehdi Taj hat die FIFA aufgefordert einzugreifen und die Visa-Verweigerungen als unsportlich bezeichnet.
Der Iranische Fußballverband (FFIRI) bestätigte am 28. November 2025, dass seine Delegation nicht am bevorstehenden Gruppen-Losverfahren für die FIFA-WM 2026 in Washington, D.C., teilnehmen wird. Der Boykott folgt auf die Weigerung der US-Regierung, Visa für Schlüsselfiguren zu erteilen, darunter FFIRI-Präsident Mehdi Taj und Vizepräsident Mehdi Nabi. Während vier Personen – Nationaltrainer Amir Ghalenoei, Geschäftsführer Mehdi Kharati, Direktor für internationale Beziehungen Omid Jamali und Sprecher Amir Mehdi Alavi – Visa erhielten, hielt der Verband die teilweisen Genehmigungen für unzureichend und politisch motiviert.
"Wir haben der FIFA mitgeteilt, dass die getroffenen Entscheidungen nichts mit Sport zu tun haben und die Mitglieder der iranischen Delegation nicht am WM-Losverfahren teilnehmen werden," sagte FFIRI-Sprecher Amir Mehdi Alavi dem staatlichen Fernsehen und dem iranischen Medium Tarafdari. Alavi betonte, dass der Verband zuvor das iranische Ministerium für Sport und Jugend sowie das Außenministerium konsultiert habe. Er erwähnte auch laufende Korrespondenz mit FIFA-Präsident Gianni Infantino und Generalsekretär Mattias Grafström, die versprochen haben, die Angelegenheit ernst zu nehmen.
Mehdi Taj kritisierte die US-Haltung direkt: "Wir haben dem FIFA-Präsidenten, Herrn Infantino, gesagt, dass es sich um eine rein politische Position handelt und dass die FIFA ihnen [den USA] sagen muss, dieses Verhalten zu unterlassen." Der Streit unterstreicht die langjährigen Spannungen zwischen Iran und den USA, die seit über 45 Jahren keine diplomatischen Beziehungen pflegen. Er erinnert an frühere Begegnungen, einschließlich des 2:1-Siegs Irans über die USA in der Gruppenphase der WM 1998 und einer 0:1-Niederlage 2022.
Iran qualifizierte sich im März 2025 mit einem Sieg gegen Pakistan für das Turnier 2026 und sicherte damit die vierte Teilnahme in Folge sowie die siebte insgesamt. Sie sind nie über die Gruppenphase hinausgekommen. Die WM 2026, die von den USA, Kanada und Mexiko vom 11. Juni bis 18. Juli ausgetragen wird, droht nun breitere Komplikationen, da ähnliche Visa-Restriktionen andere Qualifizierte wie Haiti betreffen. Die FIFA hat den 'FIFA Pass' für priorisierte Visa-Bearbeitung für Ticketinhaber eingeführt, aber es gibt keine Garantien für Delegationen.