Johannesburgs erster Point-in-Time-Count hat das Ausmaß und die Orte der Obdachlosigkeit in der Stadt aufgedeckt. Die Umfrage schätzte rund 2.100 betroffene Personen, hauptsächlich Männer aus anderen Teilen Südafrikas. Aktivisten fordern gemeinsame Anstrengungen zur Bewältigung des Problems.
In einem bedeutenden Schritt zur Erfassung und Bekämpfung der Obdachlosigkeit hat Johannesburg – lokal bekannt als Jozi – im vergangenen August seine erste eigenständige Point-in-Time-Zählung (PITC) durchgeführt. Diese Ein-Nacht-Umfrage, geleitet von Jozi My Jozi und seinen Partnern, beobachtete 1.146 Personen, die auf der Straße schliefen oder lebten, plus weitere 960 aus Interviews und Schätzungen, insgesamt etwa 2.100 Personen in Pilotbereichen wie dem zentralen Geschäftsviertel (CBD), Hillbrow, Linden und angrenzenden Korridoren. nnDie Daten zeigten eine ungleichmäßige Verteilung mit Konzentrationen um Verkehrsknotenpunkte, Geschäftsviertel und verlassene Gebäude. Hillbrow hatte die höchste sichtbare Zahl mit 364, gefolgt von Marshalltown, Ferreirasdorp und Newtown. Am stärksten betroffen sind Männer, die südafrikanische Migranten aus anderen Provinzen sind, viele leben seit über einem Jahr auf der Straße. nnNyeleti Magadze, Anwältin und Sozialaktivistin, die kürzlich die Leitung des Sozialarbeitsstrangs von Jozi My Jozi übernommen hat, betonte die Komplexität des Problems. „Obdachlosigkeit ist ein großes, komplexes Feld, und wir müssen die Probleme von innen angehen“, sagte sie. Sie verwies auf Abschnitt 26 der Verfassung, der das Recht auf angemessene Wohnverhältnisse garantiert, und fügte hinzu: „Wir müssen von innen anfangen, mit den Menschen und für die Menschen arbeiten.“ nnMagadze setzt sich für den Aufbau von Vertrauen durch Engagement mit Betroffenen ein. „Solche Engagements erfordern Zeit und Geduld. Die Lösungen sind langfristig, und es braucht Demut und Empathie. Obdachlosigkeit ist kein Verbrechen“, betonte sie. Geplant ist eine Folge-PITC diesen Sommer, um saisonale Verschiebungen zu erfassen, da obdachlose Personen oft migrieren. nnBreitere Lösungen umfassen psychische Gesundheitsversorgung, Drogenrehabilitation, Qualifikationsschulungen und sichere Tagesräume mit Grundausstattung wie Duschen und Essen. Magadze forderte Abstimmung zwischen Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft, NGOs, der Stadt und der Regierung. Der Ansatz adressiert auch Vulnerabilitäten bei Älteren, Waisen, Frauen und Kindern in besetzten Gebäuden und zielt auf eine Stadt ab, in der Obdachlosigkeit selten, kurz und nicht wiederkehrend ist.