2023 ließ die schwedische Vollstreckungsbehörde 3.330 Menschen aus ihren Wohnungen räumen, die höchste Zahl seit fast zwei Jahrzehnten und seit Beginn der Aufzeichnungen 2005. Die Zahl betraf 824 Kinder, Berichte heben wachsende Obdachlosigkeit unter Personen ohne soziale Probleme hervor. Politiker fordern Reformen, um den Trend umzukehren.
Das vergangene Jahr markierte einen Höhepunkt bei Räumungen. Die schwedische Kronofogden-Behörde führte 3.330 Räumungen durch, die 824 Kinder betrafen – direkt oder über einen Elternteil, der unter der Adresse gemeldet war. Dies entspricht einem Anstieg um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem höchsten Stand seit Beginn der Statistik 2008. Dahinter steht ein abnehmender Trend nach der Nullvisions-Politik gegen Kinderräumungen 2008 unter der Allianz-Regierung, als die Zahlen bei 716 lagen. Die Zahlen sanken auf 387 jährlich, stiegen aber ab 2017 an. Daten der Socialstyrelsen zeigen rund 27.000 Obdachlose in Schweden, wobei Untererfassung wahrscheinlich erheblich ist. Der Obdachlosigkeitsbericht der City Mission vermerkt einen Anstieg unter Personen ohne soziale Probleme. Malcolm Momodou Jallow, Wohnungspolitischer Sprecher der Vänsterpartiet, nennt es »eine nationale Tragödie«, bei der »normale Menschen wie Veronica durchs Raster fallen«. Er schlägt vor, Kinderräumungen ohne gesicherte neue Unterkunft zu verbieten, und fordert umfassendere Änderungen der Wohnungspolitik. Der Liberale Patrik Karlson hebt die »Housing First«-Methode hervor, einen evidenzbasierten Ansatz, der dauerhafte Wohnungen ohne Voraussetzungen wie Therapie bietet, ergänzt durch maßgeschneiderte Unterstützung. »Die Methode ist enorm erfolgreich, wenn sie umgesetzt wird. Kommunen dürfen sie nicht aus verschiedenen Gründen umgehen«, sagt er. Schwedens City Missions fordern einen nationalen Aktionsplan für sozial nachhaltbares Wohnen und eine Wohnungscommission, um Marktherausforderungen zu bewältigen.