In Göteborg hat Stadsmissionen in diesem Jahr eine Rekordzahl von Anträgen auf Weihnachtshilfe verzeichnet, wobei 2500 Haushalte Unterstützung beim Kauf von Geschenken für ihre Kinder beantragen. Familien in finanziellen Schwierigkeiten können in einem speziellen Laden frei Spielzeug auswählen, das von Privatpersonen gespendet wurde. Die Initiative, die seit den 1950er Jahren existiert, spiegelt wachsende wirtschaftliche Herausforderungen unter Geringverdienern wider.
Göteborgs Stadsmissionen betreibt einen Weihnachtsgeschenkeladen in der Första Långgatan, wo Eltern in finanziellen Notlagen kostenlose Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder abholen können. Der Laden ist gefüllt mit Spielzeug, Spielen, Puppen, Fußbällen, Stofftiere, Lego und Lautsprechern – alles gespendet von Privatpersonen.
In diesem Jahr ist die Zahl der Anträge stark gestiegen, von 1700 Haushalten im Vorjahr auf 2500 in diesem Jahr. Der Anstieg ist besonders bei alleinerziehenden Müttern mit prekären Teilzeitjobs im Gesundheitswesen, in Kindergärten oder Hotels zu beobachten. Eva Barron, verantwortlich für die Weihnachtshilfe von Stadsmissionen, erklärt: „Es gibt ein gesteigertes Bedürfnis nach Hilfe, besonders bei denen mit den niedrigsten Einkommen. Alle Preise sind gestiegen, aber ihre Einkommen sind nicht wesentlich, wenn überhaupt, gestiegen.“
Eine der Besucherinnen ist Yanira Robles, 30, alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern im Alter von drei und einem Jahr. Sie lebt in einer 19 Quadratmeter großen Wohnung mit einem Herd statt Küche und ist in Teilzeit im Gesundheitswesen tätig. Mit einem Einkommen von etwa 11.500 Kronen pro Monat gehen die Gelder für Miete, Essen und Windeln drauf. „Weihnachten ist wie ein Schlag in den Magen“, sagt Yanira gegenüber Aftonbladet. Sie hat eine Puppe und ein Einhorn für ihre Töchter ausgewählt, die sie sich sonst nicht hätte leisten können.
Yanira beschreibt einen harten Alltag: „Mein Geld geht für Miete, Essen und Windeln drauf. Manchmal gehe ich abends hungrig ins Bett. Dann fragt meine Tochter, ob ich nicht esse, aber ich sage meistens, ich hätte schon gegessen, damit sie das Essen bekommen.“ Sie ermutigt andere, Hilfe zu suchen: „Es ist tabu, kein Geld zu haben, aber es gibt Hilfe.“
Stadsmissionen hofft, in diesem Jahr über 2000 Haushalte mit Weihnachtsgeschenken und Essen zu unterstützen. Die Initiative begann in den 1950er Jahren und bringt vielen Familien Hoffnung vor Weihnachten.