Nach Jahren der Covid-Beschränkungen erholt sich Johannesburgs Nachtleben mit lebendigen Veranstaltungen und einem neuen Jazzschuppen. Die Autorin Laurice Taitz-Buntman erkundet die Energie der Stadt nach Einbruch der Dunkelheit, von Raves in Newtown bis zur eleganten Eröffnung von Hugh’s in Braamfontein. Sie plädiert für gezielte Stadtplanung zur Unterstützung dieser nächtlichen Wiederbelebung.
Laurice Taitz-Buntman, Gründerin von Johannesburg In Your Pocket, wurde schon immer von der transformierenden Energie der Städte bei Nacht angezogen, inspiriert vom Gemälde Nighthawks von Edward Hopper aus ihrer Jugend. Ihr verstorbener Bruder, ein Architekturstudent an der Wits, führte sie durch ein geteiltes Buch über moderne Künstler in diese Kunst ein. Als Chefredakteurin des Sunday Times Lifestyle beauftragte Taitz-Buntman Essays, die Johannesburg nach Einbruch der Dunkelheit einfingen und betonten, dass eine Stadt über den Sonnenuntergang hinausgeht. Die Covid-19-Pandemie brachte diese Szene zum Schweigen, sperrte Bewohner in die Vororte und rief die Liedzeile „We’ve lost dancing“ inmitten von Isolation und virtuellen DJ-Sets auf YouTube hervor. Nach dem Lockdown kehrte Taitz-Buntman in die Nacht zurück, beginnend mit einer Uber-Fahrt zum The Untitled Basement in Braamfontein, wo zögerliche Fahrer anhaltende Sicherheitsbedenken unterstrichen. Dort signalisierte pulsierende Musik die Rückkehr des Lebens, gefolgt vom Vogue Night Ball in Troyeville, der wie das Auftauchen aus einem apokalyptischen Nebel wirkte. Kürzlich tauchte sie wieder ein: Freitag bei der Sheer City Rave in Newtown, die diverse Crowds von Kunstmesse-Künstlern bis zu Brixton-Straßencrews bis 6 Uhr morgens anzog; Samstag auf einer Rooftop-Party in Braamfontein mit Festival-DJs; und der Smoking-Opening von Hugh’s, einem neuen Jazzclub, der Live-Musik elegant zurückbringt. Newtown blüht als unerkanntes Nachtleben-Zentrum auf, seine Lagerhallen ideal für nächtliche Sounds ohne Beschwerden der Anwohner. Ein Club in Birdhaven richtet sich an suburban Frauen, die wöchentlich von 17:30 bis 21 Uhr tanzen und Bedürfnisse nach Bewegung und Verbindung erfüllen. Taitz-Buntman fragt sich, ob Johannesburg dieses Potenzial voll ausschöpft, und schlägt einen „Nachtbürgermeister“ vor, um Beleuchtung, Transport, Sicherheit und kulturelle Schnittstellen nach Einbruch der Dunkelheit zu managen. Ihr Anthem „Last night a DJ saved my life“ fängt die Begeisterung ein.